Schiffsschraube

Die Schiffsschraube sucht...

Unsere (alte) RedaktionUnsere Schülerzeitung „Schiffsschraube“ trifft sich jeden Freitag um 13.40 Uhr im Raum 013 („Schülerzeitungsraum“). Wir freuen uns über neue Gesichter, die
…gerne schreiben oder
…toll knipsen können oder
…in einer netten Truppe zusammenarbeiten oder
…sich mit Design und Layout beschäftigen oder
…gute Ideen haben.
Mitzubringen sind: Stift, Zettelwirtschaft, gute Laune
Ab Klasse 7!

Wie sich unser Name erklärt...

Schiffsschraube: Wer wir sind und was wir wollenZu früheren Zeiten war das Werner-Heisenberg-Gymnasium auch unter dem Namen "Das Schiff" bekannt. Da sich unsere Schülerzeitung seit jeher als antreibende Kraft verseht, lag die Wahl des Namens "Schiffsschraube" nahe.
Unser Ziel ist es, Leserinnen und Leser für kritische Themen zu sensibilisieren. Um ein möglichst ausgeglichenes Meinungsbild zu bieten, diskutiert die Redaktion häufig heftig über potentielle Inhalte. Seit 61 Jahren sorgen wir so für Kontroverse an unserer Schule und darüber hinaus.

Ausgezeichnete Zeitung

Die letzten Ausgaben...2015 wird die Schülerzeitung als zweitbeste Schülerzeitung Baden-Württembergs ausgezeichnet. Auch die Rhein-Neckar-Zeitung lobte...

Die Schiffsschraube wird in Stuttgart am 3. Dezember 2014 für Ausgabe 143 in der Kategorie "Gymnasium" als beste Schülerzeitung Baden-Württembergs ausgezeichnet. Bei dem bundesweiten Schülerzeitungswettbewerb mit über 1900 Einsendungen wird die Schiffsschraube mit einem Sonderpreis des Bundesministeriums für Familie ausgezeichnet. Dieser wird unter dem Titel "EinSatz für eine bessere Gesellschaft" vergeben.

Das Team stellt sich vor

Unser TeamDie Redaktion der Schülerzeitung Schiffsschraube hält wöchentlich Redaktionssitzungen ab. Neben hitzigen Diskussionen über neue Hauptthemen gibt es auch Layoutbesprechungen, Planungssitzungen bezüglich des Verkaufs oder einfach auch gemeinsame Pizzaessen.
Die Schülerzeitung Schiffsschraube unterteilt sich in verschiedene Teams. Die Redaktion schreibt, das Layoutteam gestaltet, die Fotografen sorgen für Bildmaterial, der Anzeigenbeauftragte für die Finanzierung.
Jedes erdenkliche Talent kann bei uns eingebracht werden, ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen!

Kontakt

WerbeplakatIdeen, Wünsche oder Anregungen? Dann wenden Sie sich direkt an die Redaktion der Schiffsschraube:
Unseren Anzeigenkunden bieten wir gerne besondere Auskünfte über Preise und Möglichkeiten der Anzeigenschaltung an. Wenden Sie sich bei Interesse bitte per E-Mail an uns. Der Verantwortliche für das Anzeigengeschäft wird sich dann an Sie wenden!
Die Schiffsschraube ist die unabhängige und überparteiliche Schülerzeitung des Werner-Heisenberg-Gymnasiums. Sie ist nur dem Pressegesetz verantwortlich.
Werner-Heisenberg-Gymnasium
Friedrichstraße 7
69469 Weinheim

Ausgabe 149

We can do itWarum ich Feministin bin - Leitartikel der Ausgabe 149
von Redakteurin Lena Deinaß

Um gleich zum Punkt zu kommen: Ich bin Feministin. Und ich stehe dazu.
Warum? Das lasst sich leicht mit der überraschend einfachen Definition der Encyclopadia Britannica beantworten, die besagt, dass Feminismus nichts weiter ist als „der Glaube an die gesellschaftliche, politische und ökonomische Gleichheit der Geschlechter“. Feministisch zu denken und handeln, bedeutet demzufolge diese Gleichstellung einzufordern, wo sie noch nicht erreicht ist. Ziemlich einfach also.

Das Wahlrecht haben Frauen in Deutschland zwar schon seit 1918, jetzt also fast schon 100 Jahre, aber vielfach vergessen wird in diesem Zusammenhang, dass erst 1949 der hart umkämpfte Grundgesetzartikel in Kraft trat, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch mussten Frauen sogar bis 1977 ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, um einem Beruf nachgehen zu können. Unsere Großeltern sind in einer anderen Welt groß geworden, in der ganz klar war, dass Frauen (fast wie Kinder) dem Ehemann untergestellt und nicht in der Lage sind, selbst Entscheidungen zu treffen.

Glücklicherweise hat sich seitdem einiges geändert. Aber wer glaubt, dass Feminismus zur heutigen Zeit eine überflüssige Bewegung ist, die man zu den anderen alten Sachen auf den Dachboden stellen und dann vergessen kann, den kann ich nur fragen: Würdest du das auch den dreizehnjährigen Mädchen sagen, die in diesem Alter schon auf der Straße von Männern hinterher gepfiffen bekommen, die dreimal so alt sind wie sie selbst? Laut einer repräsentativen Studie der Organisation SSH („Stop Street Harassment“) und der Cornell University wurden 85 % der Frauen in den USA schon einmal in der Öffentlichkeit belästigt bevor sie 18 waren, 67 % bereits im Alter von 14. Nur drei Prozent der befragten Frauen fand die sogenannten „Catcalls“ schmeichelhaft.

Was würdest du den Frauen sagen, die für die gleiche Arbeit (also gleiche Zahl an Arbeitsstunden in der gleichen Position) immer noch 7 % weniger Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen? Dies besagt eine Erfassung des Statistischen Bundesamtes Deutschlands. Tatsächlich liegt das insgesamte Bruttoeinkommen von Frauen 22 % unter dem von Männern – laut dem Statistischen Amt in Amerika bekommen schwarze Frauen sogar 36 % weniger, lateinamerikanische Frauen 46 %! Das hängt auch damit zusammen, dass Frauen häufiger in Berufen arbeiten, in denen die Löhne niedrig sind. So sind 85 % aller Reinigungskräfte Frauen. Jedoch werden Führungspositionen zu 90 % von Männern besetzt – ein Fakt, der mit den immer noch vorherrschenden Geschlechterrollen in der Gesellschaft zu tun hat. „Der Mann bringt das Geld nach Hause, die Frau kümmert sich um Haus und Kinder“ ist eine überholte und problematische Ansicht, doch sie ist immer noch sehr verankert in den Köpfen der Menschen. Viele Frauen müssen sich immer noch zwischen Kind und Karriere entscheiden – während der Ehemann sich fast immer der Karriere widmet. Wer wurde diesen Frauen sagen: „Ihr braucht Feminismus doch nicht mehr. Er hat ausgedient, das Ziel ist erreicht.“?

Ein Thema mit dem sich der Feminismus ebenfalls beschäftigt, sind unerreichbare Schönheitsideale, mit denen Frauen dauerhaft konfrontiert werden. Es geht hier nicht um dünne Supermodels und Casting-Shows wie „Germanys Next Topmodel“, auch wenn diese unbestreitbar ebenfalls schädlich sind und vor allem junge Mädchen weitreichend beeinflussen in ihrem Körperbild.

Eine Studie des Robert-Koch-Institutes zeigt, dass es bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren Hinweise auf eine Essstörung gibt, bei den Jungen sind 13,5 % auffällig. Nein, diese verzerrten Schönheitsideale lassen sich in fast allen Lebensbereichen finden, tatsächlich kann man nicht durchs Leben laufen ohne irgendwo Werbung zu sehen, in denen makellose Frauen zu sehen sind. Diese Frauen sind eigentlich immer mit Photoshop bearbeitet und verändert und ihrem tatsächlichen Aussehen entrückt. Doch die ständige Präsenz solcher Bilder führt zu einem geradezu unerreichbaren Körperideal, das man leicht adaptiert, obwohl man über die Veränderung durch Medien weiß. Auch Männer werden zunehmend mit solchen Schönheitsidealen konfrontiert, doch bei weitem nicht in dem Ausmaß, mit dem Frauen zu kämpfen haben. Frauen gehört ihr eigener Körper fast nicht mehr. Er ist wie ein Objekt, das nach den gesellschaftlichen Erwartungen geformt wird. Und dann wird darüber geurteilt. So werden Frauen, die sich sehr freizügig anziehen oder viele Beziehungen / One Night Stands haben, schnell als „Schlampen“ abgestempelt, während Männer, die viele Frauen „erobern“ eigentlich immer in positivem Licht gesehen werden, ein „Frauenheld“ eben.

Feminismus unterstützt alle Frauen, ob dick oder dünn, ob sexuell aktiv oder nicht, egal welcher Herkunft, Religion oder Sexualität. Feminismus kämpft für Frauen, die zwangsverheiratet werden – manche noch als Kinder und dann gezwungen sind in Haushalten zu leben, in denen sie körperlich und sexuell misshandelt werden. Für Frauen in Ländern, in denen die Gleichberechtigung noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie in Deutschland, beispielsweise in Indien, wo 82 % der Opfer von Saure-Attacken weiblich sind. Feminismus kämpft für alle Frauen. Und das ist doch ein Statement, das man unterstützen kann, oder nicht?

Unter anderem setzt sich Feminismus auch für Vergewaltigungsopfer ein. Eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgegebene Studie mit über 10 000 Befragten stellte fest, dass 13 % der in Deutschland lebenden Frauen seit dem 16. Lebensjahr Formen von sexueller Gewalt (also Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung) erlebt haben. Das ist fast jede siebte Frau. Ein kleines Gedankenexperiment für den Leser hier: Denkt mal an alle Frauen und Mädchen, die ihr kennt. Statistisch gesehen wird jede siebte davon im Laufe ihres Lebens sexuelle Gewalt erfahren. Und die Dunkelziffer ist vermutlich noch um einiges höher. Zu 98 % sind die Täter hierbei Männer.

Nicht nur, dass die Vergewaltigungsrate in vielen Ländern (beispielsweise Südafrika und Nicaragua in Zentralamerika) noch erheblich höher ist als in Deutschland, oftmals werden die Frauen auch noch dafür verantwortlich gemacht. Frauen, die Anzeige erstatten, werden dann gefragt, warum sie zu so später Stunde noch allein unterwegs waren. Vorwürfe kommen auf, dass sie es durch ihre aufreizende Kleidung praktisch selbst herauf beschworen haben. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen wurden 2012 nur 8,4 % der wegen Vergewaltigung Angezeigten tatsächlich verurteilt – unter anderem da Polizei und Staatsanwaltschaft überfordert sind.

Niemand hat das Recht, andere Menschen zu nötigen und zu belästigen, egal, was die Person trägt oder wie sie sich benimmt. Das ist ein Menschenrecht – unabhängig davon, ob das Opfer männlich oder weiblich ist. Frauenrechte sind Menschenrechte. Wer Menschenrechte unterstützt, unterstützt auch automatisch Frauenrechte – und jede andere Form von Rechten. Jeder sollte die gleichen Chancen und Rechte haben, unbeeinflusst von Herkunft, Geschlecht, Glauben oder sexueller Orientierung. Der Feminismus hat sich den Frauenrechten zugeschrieben, das heißt aber nicht, dass diese mehr wert sind als andere.

Ich bin Feministin, weil 50 % der Erdbevölkerung Frauen sind und Feminismus sich für deren Rechte einsetzt. Ich bin mein ganzes Leben lang schon eine Frau gewesen, warum sollte ich nicht auf meiner eigenen Seite sein?

Lena Deinaß