Erst die Heisenberger, dann die Kanzlerin Merkel
Mai 2018



Projektgruppe des Heisenberg-Gymnasiums stellt ihre Idee zum Thema Fake-News in Berlin vor


Einmal von der großen Politik gehört werden, um dann die Chance zu nutzen die Welt mit eigenen Ideen ein Stück weit zu verbessern: Diese Möglichkeit bot sich einer neunköpfigen Schülergruppe beim internationalen "GLOBAL SOLUTION Summit" in Berlin.

Jährlich Ende Mai findet in Berlin der hochrangig besetzte GLOBAL SOLUTIONS Summit statt mit dem Ziel, Lösungsvorschläge für drängende globale Probleme zu präsentieren und zu diskutieren. Die Politikempfehlungen richten sich vor allem an Entscheider in den G20, G7 und anderen internationalen Organisationen. Zu den über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehören internationale Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Auch junge Menschen, wie die Schüler des Heisenberg-Gymnasiums, die sich aktiv für das Lösen von internationalen Problemen einsetzen, sind Teil der Veranstaltung.

Im zurückliegenden Mai war die von Lehrer Tobias Naber geleitete Projektgruppe des Wirtschaftskurses als Gewinner des Wettbewerbes "Young Economic Summit" eingeladen, ihre Idee zur Bekämpfung von Fake-News den Teilnehmer dieses Gipfel vorzustellen und um gleichzeitig neue Kontakte zu knüpfen, die helfen ihre Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Nach Berlin begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Schulleiterin Gabriele Franke und Lehrerin Monika Schulz.

Schon beim vorabendlichen Empfang im Berliner Roten Rathaus wurde rege mit Sozialwissenschaftlern und Aufsichtsratvorsitzenden auf Englisch das Konzept diskutiert und die ein oder andere Visitenkarte ausgetauscht. Am nächsten Tag stand der eigene Vortrag an. Dass das Thema das Interesse der Gipfelteilnehmer geweckt hatte, war daran zu erkennen, dass alle Sitzplätze im Saal belegt waren. In dem Vortrag selbst stellten die Jugendlichen einen Algorithmus vor, der Nachrichten in den sozialen Medien auf ihren Faktengehalt prüft. Eine Onlineanwendung soll die Nachrichten mit offiziellen Bekanntmachungen und gesicherten Fakten aus einem eigenen Archiv abgleichen. Parallel wird kontrolliert, wer die Nachricht verbreitet. Hat derjenige in der Vergangenheit bereits häufiger falsche Informationen veröffentlicht, wirkt sich dies negativ auf die Bewertung der Nachricht aus. Zum Schluss erhält der Nutzer eine Prozentangabe darüber, wie wahrscheinlich eine Nachricht wahr ist. Im Anschluss an den Vortrag wurde dieser mathematische Ansatz zur Bekämpfung von Fake-News mit BBC Moderator Evan Davis, gleichsam auch Buchautor zum Zeitalter des Postfaktischen und Ann Mettler, Leiterin des Thinktanks der EU-Kommission diskutiert.

Dass die Konferenz hochkarätig besetzt war, war daran zu erkennen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt im Anschluss an die Schülergruppe des Werner-Heisenberg-Gymnasiums interviewt wurde - ebenso von Evan Davis. Weitere namenhafte Sprecher wie Finanzminister Olaf Scholz, Nobelpreisträger George Akerlof und Außenminister Heiko Maas rundeten die Veranstaltung mit ihren Beiträgen ab. Am ersten Konferenztag war die Delegation noch zum Abendessen im Auswärtigen Amt geladen.

Zurückblickend war der Aufenthalt in Berlin für die Schülergruppe ein großer Erfolg und ein beeindruckendes Ereignis, auf welches man voller Stolz zurückblicken kann: Sie durften nicht nur an den Entscheidungszirkeln der Politik schnuppern, sondern mit ihrer Idee aktive Mitgestaltung betreiben.

Tobias Naber