\"Das Schiff\" steuerte Tag der offenen Tür an

Schüler und Lehrer präsentierten die Angebote des Werner-Heisenberg-Gymnasiums

Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.02.2011

Was macht das Werner-Heisenberg-Gymnasium zu einer besonderen Schule? Schulleiter Gerald Kiefer fiel die Antwort auf diese Frage nicht schwer: Es gebe nicht das eine Merkmal, erklärte er, was das WHG, seit Generationen liebevoll nur "Schiff" genannt, von anderen Schulen unterscheide. Es sei vielmehr eine Vielzahl von besonderen Eigenschaften. Allen voran erwähnte der Rektor das "ungewöhnlich breite Angebot an unterrichtsergänzenden Aktivitäten". Und davon konnten sich die Besucher des Tags der offenen Tür am Samstag selbst überzeugen.
Rund 80 Projekte stellten Schüler und Lehrer anlässlich dieses Tages auf die Beine. Diese reichten von Einblicken in den Unterrichtsalltag über die Vorstellung von Arbeitsgemeinschaften bis hin zu kulinarischen Angeboten. Auf den drei Stockwerken herrschte ein fröhliches und neugieriges Getümmel, Dinge wurden bestaunt, angefasst und ausprobiert.

Viele „unterrichtsergänzende Aktivitäten"

Besonders experimentierfreudig zeigte sich der naturwissenschaftliche Bereich: Die Besucher konnten allerlei krabbeliges Kleingetier kennenlernen, im Physik-Raum wurden Schokoküsse im Vakuum geköpft. Und im Chemie-Saal brodelte und blubberte es gewaltig. Zwei Schüler trugen sogar ein selbstgeschriebenes Gedicht über zwei Zauberer vor, die sich um die Gunst einer Dame stritten, und sorgten mit chemischen Reaktionen für die richtigen „Showeffekte".

Der Sprachunterricht stellte sich weniger explosiv, dafür umso kreativer vor: Gedichtsvorträge im schon fast traditionellen Literaturcafe, lateinische Theaterstücke, eine Aufführung der Nibelungensage und französische Crêpes konnten die Besucher genießen. In der Bibliothek boten Schüler und Lehrer zudem ein kniffliges Literaturquiz an, bei dem hochwertige Bücherpreise erfolgreiche Literaten belohnten.

Ein tatsächlich ungewöhnlich breit gefächertes Angebot an Arbeitsgemeinschaften war im Informationszimmer aufgelistet, in dem Kiefer und sein Stellvertreter Hans Schröder zu persönlichen Gesprächen bereitstanden. Mit AGs wie Lego-League, Japan-AG, Songwriting, Klettern, Basketball mit behinderten Schülern der Montessori-Schule und der Akrobatik-AG ist die Schule ohne Frage sehr gut aufgestellt.

Die WHG-Akrobaten begeisterten wie jedes Jahr die Besucher mit fast schon zirzensischen Aufführungen in schwindelerregender Höhe.
Und auch für die Zukunft scheint das traditionelle Gymnasium gut gewappnet zu sein: Die Besucher des „Tags der offenen Tür" konnten bereits das neue Gebäude bewundern, das auf dem ehemaligen Sportgelände fertig gestellt wurde. Hier soll neben den drei Klassenzimmern bis 2013 auch eine Mensa entstehen - die Schwachstelle des WHG. Bisher steht den Schülern nur die „Lunchbox" zum Mittagessen zur Verfügung, die von Müttern ehrenamtlich betrieben wird. Doch Kiefer möchte mit der neuen Mensa die Lunchbox keinesfalls ersetzen, sondern diese in das neue Projekt mit integrieren.