Deutsch
... eine Rose ...

Die Fachschaft Deutsch stellt sich vor

Das Fach Deutsch leistet einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen, literarischen und medialen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Der Deutschunterricht am WHG ist durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren gekennzeichnet. Geschlechtsspezifische Unterschiede, welche das Lese- und Kommunikationsverhalten betreffen, werden in angemessener Weise berücksichtigt.

Darüber hinaus vermittelt das Fach Deutsch als Leitfach fächerübergreifende Komponenten. Die Beschäftigung mit unterschiedlichen Textsorten und Medien kann wesentlich zur Persönlichkeitsbildung beitragen. Sorgfältig erstellte und pädagogisch aufeinander abgestimmte Jahrespläne sorgen ebenso für einen qualitativ hochwertigen Unterricht wie unsere pädagogischen Teams, die in den einzelnen Klassenstufen die fachliche Arbeit koordinieren.

Eine ausgebildete LRS-Kollegin fördert bei Bedarf die Schreibkompetenz vor allem in der Unterstufe und greift gegebenenfalls unterstützend ein. Die Fähigkeit, Texte in einem kommunikativen Leseprozess zu verstehen, wird durch regelmäßige Lesewettbewerbe gestärkt.

Unsere Theater- AG wie auch die Video- AG sind seit langem durch die eigenständige Realisierung von Projekten, aber auch durch Beiträge im Rahmen von Konzert- oder Großprojekten weitere Garanten für erfolreiche kulturelle Schulveranstaltungen. Auch das Format "Jugend debattiert" hat einen festen Platz im Unterricht der 9. Klassen. Das WHG unterhält eine hauseigene, von "Bibliotheksmüttern" verwaltete Schülerbibliothek, die den Schüler/innen jeden Tag offen steht.

Ihre Schreibkompetenz können die Schüler/innen als Redakteure in der Schülerzeitung "Schiffschraube"? einbringen und einüben. Unsere "Schiffsschraube" hat eine lange Tradition (150. Ausgabe) und wurde bereits mehrmals ausgezeichnet.

Für Lesefreude und Leseinteresse sorgen schließlich die Lesungen namhafter Autoren, welche von der Fachschaft organisiert werden.

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Lyrik hautnahFebruar 2019
Lyrik hautnah: José F. A. Oliver besuchte 8. Klasse am Werner-Heisenberg-Gymnasium


Einen echten Dichter live zu erleben, dieses Glück hatten Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b am Werner-Heisenberg-Gymnasium. Auf Initiative der Deutschlehrerin Oberstudienrätin Christina Peter-Brutscher besuchte José F. A. Oliver die Jugendlichen.

Zur Begrüßung überreichte die Klasse dem 57-Jährigen zahlreiche selbstgeschriebene Gedichte. Als Vorlage hierfür diente Olivers „Ich“-Gedicht, das er ebenfalls in jugendlichem Alter verfasst hatte. Jeder Schüler durfte sein Werk vor der Klasse vortragen. Oliver, der für seine Lyrik mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet wurde, kommentierte jedes einzelne und griff jeweils Gedanken auf, um sie weiterzuspinnen. Dabei erläuterte der Sohn einer spanischen Gastarbeiterfamilie, der in Hausach im Schwarzwald aufgewachsen ist und dort ein bedeutendes Literaturfestival – den „Hausacher LeseLenz“ – ins Leben gerufen hat, wie er beim Dichten vorgeht: Er folgt einem Muster in vier Schritten von der Notiz über das Notat und die Verdichtung zum eigentlichen Gedicht. Häufig scheitere er jedoch bereits an der Verdichtung der Gedanken, erklärte Oliver der Klasse schmunzelnd. Auch bei seinem Werk „21 Gedichte aus Istanbul", aus dem er las, hatten es bei weitem nicht alle Notizen, die er bei seinen Wanderungen durch die verschiedenen Stadtteile der Millionenmetropole am Bosporus gemacht hatte, in ein Gedicht geschafft.
Am Beispiel eines zerrissenen Blattes mit einer Schüleräußerung gab er spontan einen direkten Einblick in seine Art des Denkens und Schreibens. So entstand dazu an der Tafel eine lyrische Notiz, die vielleicht einmal in einem zukünftigen Gedicht von ihm aufscheinen wird.
Verbunden mit der Schreibübung „Satztropfen“ zu einem selbstgewählten Ort gab er der Klasse Anregungen zum verdichteten Schreiben. Zum Schluss der Schulstunde trug Oliver noch einige Schüler-Gedichte aus seinem Buch „Lyrisches Schreiben im Unterricht" vor und beantwortete sehr persönlich und ausführlich die Fragen der Schülerinnen und Schüler, denen eindrücklich nahegebracht wurde, dass Dichter-Sein eine Lebenshaltung ist: „Ich bin auch Dichter, wenn ich frühstücke“, so Oliver.
Diese Haltung an sich selbst zu erfahren, dazu werden die Schülerinnen und Schüler der 8b auch noch bis zum Ende des Schuljahres, in dem das literarische Schreiben integraler Bestandteil des Unterrichts ist, vielfach Gelegenheit haben.

Text: Pascal Banser (8b)
Bilder: Marwin Kopp (8b)