Einweihung des Neubaus mit dem Programm „Kaleidoskop\"

Tanz, Theater, Kunst, Musik und Akrobatik

Die Vielfalt macht unsere Schule aus

„Kaleidoskop - ein Rohr, in dem sich Gegenstände mehrfach spiegeln und ein symmetrisch farbiges Muster bilden, das sich beim Drehen ändert", heißt es im Lexikon. Das gleichnamige Programm bei der Einweihung des Neubaus des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG), spiegelte vielfach an den beiden Abenden in der Sporthalle die gesamte Palette künstlerischen Schaffens, das an der Schule angeboten wird.
Bunt war das Angebot allemal, an dem rund 200 Schüler mitwirkten: Tanz, Theater, Kunst, Musik und Akrobatik wurden geboten. Jeder Dreh, sprich Programmpunkt in den zweieinhalb Stunden, brachte neue Seiten der Schüler zutage und änderte so den Blickwinkel.

Auch in zweiter Hinsicht, entsprach „Kaleidoskop" der Definition. Es kommt aus dem griechischen und bedeutet „schöne Formen sehen". Zunächst konnten die jeweils rund 380 Zuschauer in der voll besetzten Halle schöne Klänge hören. Der Schulchor unter Leitung von Juliane Oberst intonierte „Oh happy day". Einen schönen, glücklichen Tag zu besingen, dazu, so Matthias Harbarth, Lehrer und Moderator des Abends, hätte die Schulgemeinschaft einen guten Anlass.
Der Schulchor setzte das Programm mit dem Lied „What shall we do with the drunken sailor" fort, das von „Piraten" aus der Akrobatik AG sportlich begleitet wurde. Zunächst schrubbten sie das Deck ihres Schiffes, steigerten sich dann in waghalsige Kunststücke auf dem Boden und am Seil, bis sie mit einer Pyramidenformation endeten. Patricia Kain und Band interpretierten gekonnt Alicia Keys „Why can you just hold me?" Die Sängerin unterstützte im Anschluss Harbarth in der Moderation. Von Christian Morgensterns „Gruselett" hatten sich Sabine Endrich und ihre 5a inspirieren lassen.

Breites Musik-Spektrum

Von dem breiten Spektrum des Musikangebots der Schule boten die Big Band sowie einzelne Schülerformationen gelungene Kostproben. Großen Beifall erntete „Stairway to heaven", das in einer Verbindung aus Blockflötenensemble und Lehrerband mit Harbarth als Sänger interpretiert wurde. „Wer tastet so spät an seinem Programm", mit dieser Einleitung wurde Goethes Erlkönig, zunächst in die moderne Computersprache übersetzt, um dann von sechs Schülerinnen der Theater AG (Leitung Gabriele Bürklin) werktreu dargeboten zu werden.
Das Orchester, geleitet von Martin Lehr, spielte Jacques Offenbachs „Can-Can" schwungvoll auf. Annelie Oqueka gab am Trapez zu „River- flow" scheinbar spielerisch und schwebend eine Kostprobe ihres akrobatischen Könnens.
Kunstlehrerein Anke Krause hatte mit den Schülern eine zweiteilige Performance erarbeitet. Das Zitat des spanischen Malers Francisco de Goya „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer", interpretierte ein Schüler, indem er der die „richtige" Welt verkehrte: Nur mit einer Unterhose bekleidet, aber wie ein Manager mit Aktenkoffer und Handy ausgestattet, trat er auf. Er bekleidete sich vollständig, um sich dann schlafen zu legen. Ungeheuer ließen ihm keine Ruhe, bis er sich schließlich wieder auszog, um sich zu seinem nächsten Termin in der hektischen Welt aufzumachen.
Nach der Idee der Lehrerin, „Bewegung der Menge gebiert das Individuelle", entsprangen einer weiß gekleideten Schülermenge immer wieder neue Individuen. Blitzlichter brachten auch Schüler anderen Nationen. So sang Zaira Fernandez märchenhaft die Geschichte vom „Hijo de la Luna", der mystischen Figur des Mondes, die zu einem Menschenkind kommt, in ihrer Muttersprache Spanisch. Zur Musik von „Carmen" glänzten drei junge Flamenco-Tänzerinnen ebenso wie Jessica Miguez akrobatisch am Trapez. „Die Vielfalt ist die gemeinsame Idee, die die Schule ausmacht", lobte Schulleiter Gerald Kiefer die Mitwirkenden. Sein Dank galt auch allen Schülern, die für die Technik verantwortlich zeichneten sowie den betreuenden Lehrern. Besondere Anerkennung zollte er dem „Macher", Ideengeber, Initiator und Organisator der aufwändigen Bühnenshow: Günter Ochs.