„Das ging ins Ohr" und bestimmt nicht ins Auge

Jahreskonzerte des Heisenberg-Gymnasiums: Rund 170 Schüler rockten die ausverkaufte Stadthalle - Vielfältig, versiert und kreativ

Rhein-Neckar-Zeitung vom 18.02.2011

Klassisch gestartet, poppig aufgetrumpft und brillant ins satte Big-Band-Finale geglitten: Bei ihren beiden Jahreskonzerten in der jeweils ausverkauften Stadthalle punkteten die Schüler des Heisenberg-Gymnasiums Mitte der Woche mit stilistischer Vielfalt, hohem technischem Niveau und musikalischer Kreativität. Zu Recht feierten rund 900 Besucher die Nachwuchssänger und Musiker frenetisch. Etwa 170 Schüler aus den Musik-Arbeitsgemeinschaften hatten zuvor auf der Bühne und vom „Orchestergraben" aus den Saal fast drei Stunden lang gerockt.

„Gesegnet der Gott, der den Frühling und die Musik schuf", waren Schulleiter Gerald Kiefer und sein Stellvertreter Hans Schröder bei der Begrüßung bester Laune. Auch wenn alle noch ein wenig auf den kalendarischen Frühlingsbeginn warten müssten: „Die Frühlingsboten aus dem Heisenberg stehen bereits in voller Blüte". Was nicht zuviel versprochen war. Ob Blasorchester (Leitung Martin Lehr), Nachwuchs-Chor und Schulchor (Juliane Oberst und Silke Winkler), Little Big Band und Jazz Band (Uli Kammerer), Streichorchester (Wilfried Althammer) oder das Blockflötenensemble von Edeltraud Körber, dem die Aufgabe zugefallen war, mit das Eis zu brechen: Hier pfiff keiner auf dem letzten Loch. Mit Uli Führes musikalischem „Schnupfen" infizierte der Schulchor die Anwesenden und sorgte mit den Sängern der Kursstufe 2 für Begeisterung. Walzerseligkeit erzeugte das Streichorchester, mit Corellis „Concerto Grosso" strichen Felix Pfliegensdörfer, Boris Rivkin (beide Violine) und Andreas Walther (Violoncelle) Beifall ein. Edvard Griegs „Lyrische Suite" und Tschaikowskys „Serenade" markierten weitere Höhepunkte.

Südamerikanisches Temperament würzten den Auftakt des zweiten Teils. Bachs „Bourrée" und Mozarts „Allegretto" aus der Klaviersonate C-Dur, vom Schulchor dargeboten, trieb das Hörvergnügen in schwindelnde Höhen. „Respect" verdiente sich das Duo Patricia Kain/Katalin König nicht nur wegen des gleichnamigen Otis Redding Titels.
Und dann kam der große Auftritt von Trompeter Ingo. Handgestoppte 3.05 Minuten hielt er den „Umbaupausen"-Ton, ohne Atem zu holen. Aber auch Little Big Band und Jazz Band ließen daran zweifeln, dass hier ein Amateur-Schulorchester auf der Bühne stand. Doch das, was so leicht und locker daherkommt, bedeutet harte (Proben)-Arbeit. Während auf und vor der Bühne die Musiklehrer das Treiben koordinierten, ackerten dahinter die Kollegen mit Eltern und Förderverein „GYM". Nicht zu vergessen die Kartenvorverkäufer und Saaldiener sowie die Kamera- und Technik-Crew.

Er sei sprachlos, bekannte Schulleiter Gerald Klefer am Ende. „Dieser Konzertabend ging ins Ohr und nicht ins Auge, unter die Haut und nicht an die Nieren, schlug nicht auf den Magen, sondern ließ das Herz klopfen". Ein viel hundertstimmiger Stadthallenchor sang schließlich das finale „Pomp and Circumstance" mit. In der Gewissheit, bei einer weiteren musikalischen Sternstunde des Heisenberg-Gymnasiums Augen- und Ohrenzeuge gewesen zu sein.