Immense Vielfalt musikalischer Stilrichtungen

Jahreskonzert des Werner-Heisenberg-Gymnasiums reißt die Zuschauer an zwei Abenden mit

„Pomp and Circumstance" als krönender Abschluss

Weinheimer Nachrichten vom 17.02.2011

Wenn Schüler, Lehrer und Ehemalige gemeinsam musizieren, so ist das der schönste Beweis dafür, dass Musik keine Altersgrenzen kennt. Jedes Orchestermitglied ist gleich wichtig, das gilt für den zwölfjährigen Violinisten ebenso wie für den 77-jährigen Kontrabassisten. Die Rede ist von dem traditionellen Jahreskonzert des Werner Heisenberg-Gymnasiums (WHG), das die Stadthalle an zwei Abenden füllte. Einen großen Platz vor der Bühne nahmen die verschiedenen Ensembles mit ihren Instrumenten ein. Von rund 170 Mitwirkenden sprach Schulleiter Gerald Kiefer, der das furiose Musikereignis mit den Worten: „Gesegnet sei der Gott, der die Musik schuf, eröffnete. Die jungen Musiker, die von Peter Tschaikowsky über Eduard Grieg bis Otis Redding ihre immense Vielfalt demonstrierten, wurden mit Beifall überschüttet.
Wie man mit Blockflöten einen dichten atmosphärischen Klangteppich weben kann, zeigte die Gruppe junger Flötisten unter der Leitung von Edeltraud Körber, unter anderem mit dem Stück „Canzon und Allmand" von William Brade. Von einem Schnupfen, der auf einem Balkongeländer sitzt und sich ein Opfer sucht, handelte der A-cappel- la-Titel des Nachwuchs-Chors unter seiner Dirigentin Juliane Oberst.
Danach schwebten die jungen Sängerinnen und Sänger in einem reizvollen Arrangement von Uli Führe „über den Wolken", um dann zusammen mit dem Chor der Kursstufe 2 mit einem Arrangement von Matthias E. Becker über die „Champs-Élysées" zu schlendern.

Vollendeter Streicherklang ertönte beim Concerto Grosso unter dem
Dirigat von Wilfried Althammer. Hier bestachen mit verblüffender Professionalität die Violinisten Felix Pfliegensdörfer und Boris Rivkin sowie Andreas Walther, Violoncello.
Unter der Leitung von Martin Lehr meisterte das Blasorchester mit handwerklicher Präzision Griegs stimmungsvolle „Lyrische Suite", die mit „Gangar", einem norwegischen Volkstanz endet. Mit begeistertem Applaus wurde das ausdrucksstarke Orchester, das mit poetischer Hingabe spielte, belohnt.
Mitreißende, lateinamerikanische Rhythmen überreichte der Chor der Kursstufe 2 mit Liedern aus Mexiko und Chile. Anschließend übernahm Silke Winkler die Chorleitung. Mit Stücken von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart zeigten die Sängerinnen und Sänger ihre faszinierende Fertigkeit, mit der menschlichen Stimme Musikinstrumente zu erzeugen, so dass ein nahezu orchestraler Klang entstand.

Weiter ging es mit der „Little Big Band" und der „Jazz-Band" unter der Leitung von Uli Kammerer. Der bläserlastige Sound ließ das Stimmungsbarometer nach oben steigen. „Eine besondere Atemtechnik" schrieb Uli Kammerer einem jungen Trompeter zu, der, zur Verblüffung des Publikums, einen Ton über mehrere Minuten halten konnte und sich erst in die Band einordnete, als seine Kollegen ihn mit dem Spruchband „Ingo, mach mal halblang" vor dem „Erstickungstod" bewahrten.
Mit ihrem satten Rhythmus riss die Big Band das Publikum mit, das jedes Solo der jungen Musiker mit begeistertem Zwischenapplaus bedachte. Stimmgewaltig und ausdrucksstark sangen Patricia Kain und Kathrin König im Duett den Song „Respect" von Otis Redding.
Der Schluss des Konzertereignisses hätte nicht bombastischer sein können. „Pomp and Circumstance" von Edward Elgar gilt für die meisten Briten als „die eigentliche Nationalhymne". Wenn dieser Marsch ertönt, schlägt die Seele Purzelbäume. So auch beim Finale in der Stadthalle, als Martin Lehr nicht nur sein Blasorchester und den Chor auf der Bühne dirigierte, sondern auch die etwa vierhundert Zuschauer.
Zusammen mit den gewaltigen Klangwogen des Orchesters ergab die auf den Programmheften abgedruckte deutsche Fassung des pompösen Werkes den gebührenden Abschluss für große musikalische Leistungen.