Werner-Heisenberg-Gymnasium: Schulleiter Gerald Kiefer wechselt ans Gymnasium in Walldorf / Nachfolger noch nicht benannt

Modernes Schulprofil entwickelt

© Weinheimer Nachrichten | WEINHEIM | 28.07.2016

Verabschiedung Kiefer

Weinheim. Es waren offenbar mehrere Faktoren, die je nach Situation in ihrer Gewichtung variierten, die Gerald Kiefer dazu bewogen haben, nach zehn Jahren als Schulleiter des Werner-Heisenberg-Gymnasiums noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen. In seiner Abschiedsrede bemühte Kiefer dazu ein Zitat des ungarische Schriftstellers Péter Esterházy: „Es ist elend schwer zu lügen, wenn man die Wahrheit nicht kennt.“

Gestern wurde der 59-Jährige in Weinheim in der Gesamtlehrerkonferenz mit lang anhaltendem Beifall verabschiedet. Nach den Sommerferien übernimmt er die Schulleitung am Gymnasium in Walldorf.

Kiefer sprach in seiner Rede vom Bedürfnis, Schule noch einmal neu zu erleben. Er sprach davon, dass neue Impulse durch seinen Nachfolger – der noch nicht berufen ist – dem WHG sicher guttun würden. Er erwähnte, dass für ihn in Walldorf der Weg zur Arbeit deutlich kürzer sein wird.

Auf Nachfrage sagte er aber auch, dass es einen Auslöser gab für seinen Entschluss, sich auf die neue Schulleiterstelle zu bewerben: Er habe aus der Zeitung vom Vorschlag der Stadtverwaltung erfahren, einen Teil des Außengeländes der Schule für den Bau eines Wohngebäudes zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen zu nutzen – ohne vorherige Rücksprache mit der Schulleitung. Obwohl sich Oberbürgermeister Heiner Bernhard für diesen Standort einsetzte, verwarf der Gemeinderat später diesen Vorschlag.

Doch Kiefer wollte sich nicht im Zorn aus Weinheim verabschieden. Sein besonderer Dank galt daher nicht zuletzt dem Amt für Bildung und Sport der Stadt Weinheim für die gute Zusammenarbeit. Sein Dank galt ferner dem Kollegium des WHG, dem Schulleitungsteam und den Sekretärinnen, den Elternvertretern und Hausmeistern. Ein schlechtes Gewissen habe er gegenüber seinem Stellvertreter Martin Schmitt, der nun bis zur Neubesetzung der Stelle seine Aufgaben übernehmen müsse.

Schmitt war es auch, der Kiefers Wirken in Weinheim in einer humorvollen Rede noch einmal Revue passieren ließ. „Sie haben Spuren hinterlassen“, sagte Schmitt und verwies dazu unter anderem auf die Sanierung der Sporthalle und den Erweiterungsbau mit Mensa sowie die Reform des Stundenplans. Schmitt beschrieb den 59-Jährigen als Familienmenschen und Fußballfan, der für seine Überzeugungen einsteht, aber dabei auch stets den Konsens sucht.

Viel Lob gab es auch vom Personalrat. Wie Monika Schulz sagte, sei es Kiefer gelungen, das WHG als Schule mit Tradition und modernem Profil weiterzuentwickeln. pro