Werner-Heisenberg-Gymnasium: Das „WHG live Open Air“ findet zum dritten Mal nach 2013 und 2014 statt / Abschiedsveranstaltung für Schulleiter Gerald K

Schülerbands rocken den Schulhof

© Weinheimer Nachrichten | WEINHEIM | 23.07.2016

WHG Live

Von unserem Redaktionsmitglied

Nicolas Lewe

Weinheim. „Wenn der Chef geht, dann müssen wir ihm einen würdigen Abschied bieten“. Günter Ochs, der das „WHG live Open Air“ am Freitagabend gemeinsam mit Christina Fink und Simon Maier organisiert hat, bringt es auf den Punkt. Das dritte „WHG live“ nach 2013 und 2014, ist gleichzeitig das letzte große Event für Gerald Kiefer, der am kommenden Mittwoch als Schulleiter verabschiedet wird. Einen offiziellen Abschied habe er ausdrücklich abgelehnt. Eine Veranstaltung, bei der nicht er selbst, sondern die Schüler im Mittelpunkt stehen, sei ihm wesentlich lieber. „Es ist toll, dass so viele Leute mitmachen. Für eine Schule ist das sicher nicht alltäglich“, sagt Kiefer. Zumal das Heisenberg-Gymnasium erst im März das mehrtägige Musical „Joseph“ in die Stadthalle gebracht hatte. Ebenso wie jetzt bei „WHG live“ war daran die gesamte Schulgemeinschaft beteiligt.

Als das Fest pünktlich um 17.30 Uhr beginnt, ist von den angekündigten Unwettern für den Abend noch nichts zu spüren. Die Temperatur liegt um 30 Grad Celsius, es weht ein leichter Wind, und auf der Bühne eröffnet Lea das Open Air. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch reichlich Freiraum vor der Bühne ist, versteht die Schülerin, das Publikum mit besinnlichen, harmonischen Tönen in ihren Bann zu ziehen. „I’m jealous of the wind“ haucht sie den Besuchern entgegen.

Technische Meisterleistung

Einen nicht unerheblichen Anteil an der mitreißenden Atmosphäre hat auch die Bühne selbst. „Das ist keine Schultechnik mehr, das ist Veranstaltungstechnik“, schwärmt Ochs. Im Vergleich zu den vergangenen „WHG live Open Airs“ sei die Bühne dieses Mal deutlich größer und im Bereich Licht, Sound und Akustik fast als professionell zu bezeichnen. Alleine das Mischpult habe einen Wert im mittleren fünfstelligen Bereich, und auch die Scheinwerferinstallation und die Soundanlage hätte die finanziellen Mittel des WHG bei Weitem überschritten, wenn nicht das „Session“ in Walldorf, die Volksbank Weinheim und der schuleigene Förderverein „GYM“ ausgeholfen hätten. „Die Künstler selbst treten ohne Gage auf“, hebt Ochs hervor. Das sei nicht selbstverständlich, da sich einige von ihnen, wie der Rapper „FailX“ oder die Band „Disaffection“, in der Region einen Namen gemacht haben und regelmäßig bei größeren Events auftreten. Letztere gründeten sich vor zwei Jahren beim letzten „WHG live“. Für sie war der Auftritt am Freitagabend ein Heimspiel. Doch bis sie an die Reihe kommen, dauert es noch. Schließlich treten die „Stargäste“ selten zu Beginn auf.

Junge Talente auf der Bühne

Als die „Little Big Band“ als zweiter Act des Abends nach Lea die Bühne betritt, füllt sich der Schulhof nach und nach. Und als die Fünftklässlerin Helena Smith, begleitet durch die „Little Big Band“, das Mikrofon ergreift, geht ein Raunen durch das Publikum. Bei „Lovers on the sun“ bekommen nicht wenige trotz der Hitze Gänsehaut. Und die geht auch bei den nächsten Künstlern, die folgen, nicht weg: Erst Aila, Svenja und Safina als „The Unconventinal Contrarians“, dann „Soulful“ mit gefühlvollen Liedern und die 14-jährige Rosalie mit eigenen Stücken, die sie in stilsicherem Englisch am Klavier präsentiert – ein bemerkenswertes junges Talent.

Die Animationen von Schulsprecher Fabian Heilmann, der das Publikum anfangs immer wieder zum Mitklatschen auffordert, braucht es zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr. Als die Musikschul-Band „@7pm“ um 19 Uhr die Bühne betritt, ist der Raum davor gut gefüllt – leider fallen auch die ersten Regentropfen, die das Gewitter ankündigen, das kurz darauf folgt. Die Auftitte von den „Heisenbergern“ und „Disaffection“ – inzwischen ist es fast 20 Uhr – werden von Donnergrollen begleitet, während von der Bühne der Funke endgültig aufs Publikum überspringt.

Kirsten Dallinger vom Förderverein „GYM“ und Thomas Schwidoke als Elternbeiratsvorsitzender danken Schulleiter Kiefer dafür, dass er „bleibende Eindrücke hinterlässt, ehe Schulsprecher Fabian Heilmann nach Auftritten von „FailX“ und „The Echoes“ die „90. Minute“ einläutet und das „Spiel“ für vorbei erklärt. Der 18-jährige überreicht Kiefer nach 12 Jahren im Amt symbolisch den „Spielball“, bevor der „Lehrer Haufen“ musikalisch die Nachspielzeit einläutet.