Vom Trio-Trapez zur Schülerzeitung

Werner-Heisenberg-Gymnasium hatte zum Tag der offenen Tür geladen - Den Schul-AGs gehörten die Programm-Höhepunkte

Rhein-Neckar-Zeitung vom 02. März 2016

Weinheim. Welche Lehrer, welche Freunde, welcher Schulweg? Die Auswahl der weiterführenden Schule ist eine Entscheidung für Jahre. Ob es das Werner- Heisenberg-Gymnasium (WHG) werden soll, konnten angehende Fünftklässler beim Tag der offenen Tür am Samstag ausgiebig „erforschen". Mitmachexperimente und Schnupperunterricht luden dazu ein, diejenigen Fächer der „Großen" kennenzulernen, die es an der Grundschule noch nicht gibt. „Ich freue mich auf Chemie", so Kaia (9) - im Laufschritt unterwegs zu den Räumen der Naturwissenschaft: „Mein Papa ist Chemiker, er war auch auf dem WHG." Auch Kaias Mutter ist bereits überzeugt: „Mir gefällt, dass sie hier so engagierte Arbeitsgemeinschaften haben."

Tag der offenen Tür 2016

„Physik zum Anfassen", lautete das Motto am Samstag in einem der Fachräume des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG). Einige der jun-gen Gäste müssen sich demnächst entscheiden: für oder gegen das WHG. Foto: Dorn

Am WHG weiß man, wie man feiert

Tatsächlich gehörten den freiwilligen Arbeitsgemeinschaften (AGs) die Höhepunkte des Samstags: Parallel zum Programm im Schulgebäude zeigten die Sport- AGs Performances in der Turnhalle. Beim Auftritt von Lea Weizer, Laura Amend Lind Rosalie Zeitler hielt das Publikum staunend die Luft an: Die Neuntklässlerinnen bewegten sich so leicht und tänzerisch über das Trio-Trapez, als gebe es die Schwerkraft und den meterweiten Abstand zum Boden nicht.

Mit der gleichen Professionalität präsentierte sich die Schülerzeitung „Schiffsschraube". Das WHG-Blatt wird von einer kleinen Schülergruppe alleine geschrieben, gestaltet, herausgegeben - und hat beim Landeswettbewerb der Schülerzeitungen bereits zwei Treppchenplätze (von fast 2000 teilnehmenden Zeitungen) gewonnen. Beim Tag der offenen Tür bot die Redaktion „zeitungsreife" Fotoshootings an - und gewährte Einblick in ihren Alltag. „Wir treffen uns einmal die Woche, um Ideen und das Konzept der nächsten Ausgabe zu besprechen", so Chefredakteur Cornelius Baumann (17). Dann wird recherchiert, interviewt und fotografiert, oft auch außerhalb der Schule. Für die Januarausgabe hat Cornelius mit einem Flüchtling aus Gambia gesprochen, um die immensen Strapazen der Flucht für die Leser der „Schiffsschraube" vorstellbar zumachen.

Wenige Klassenzimmer weiter stellen Viktoria Filipczuk und Helena Wolff von Godenberg ihre Forschungsprojekte vor. Die Abiturkandidatinnen nehmen am Seminarkurs teil und haben damit die Möglichkeit, sich über Monate hinweg in ein selbst gewähltes Thema zu vertiefen. Viktoria konnte ihre Recherchen zu „Inklusion und Exklusion" mit einem Praktikum im Weinheimer Pilgerhaus verbinden. Die Besucher des Tags der offenen Tür führt sie mit Simulationsbrillen durch die Erfahrungswelt augenkranker Personen. Helena hat sich für ihre Arbeit zur Stammzellenforschung bereits kritisch in einen Bereich ihres Wunschstudiums Medizin eingearbeitet.

„Das ist das Besondere am Tag der offenen Tür", stellt später der stellvertretende Schulleiter Martin Schmitt heraus, „es profitieren die zukünftigen Schüler, die das Gymnasium kennenlernen wollen, aber auch die jetzigen, die die Veranstaltung mit großer Begeisterung vorbereitet haben". Auf diese Weise ist ein buntes, vielseitiges Programm entstanden, das neben zahlreichen Informations- und Gesprächsmöglichkeiten (mit der Schulleitung, Lehrern aller Fächer, dem Elternbeirat, den Betreibern der Mensa) auch eine dichte kulinarische und musische Verpflegung der Besucher enthielt. Elf Klassen boten selbst zubereitete Gerichte nach Rezepten aus aller Welt an, während in der Aula den ganzen Vormittag über Schüler am Flügel spielten, sangen und Gedichte vortrugen. Für Fiona (14) ist das die wichtigste Eigenschaft der Schule: „Am WHG weiß man, wie man feiert."