Was Süßes für die Ausgabe Nummer 149

Schülerzeitung "Schiffsschraube"

Weinheimer Nachrichten vom 12. Dezember 2015

WEINHEIM. Durch die Hölle ging in der Januar-Ausgabe der „Schiffsschraube" ein 23-jähriger Flüchtling aus Gambia. In der am Montag erscheinenden neuen Ausgabe der Schülerzeitung des Wemer-Heisenberg-Gymnasiums weist ein hoher, knallroter Stöckelschuh auf der Titelseite auf das nächste Hauptthema „Feminismus" hin. Zwischen beiden Ausgaben liegen nicht nur elf Monate und viele Redaktionssitzungen, sondern auch eine spektakuläre Auszeichnung. Die „Schiffsschraube" landete unter über 50 Redaktionen von Schülerzeitung auf Landesebene, wie 2014, ganz vorne. Der 2. Preis ist verbunden mit einer Weiterleitung zum Bundeswettbewerb. Ob die Nachwuchsredakteure nochmals zusammen mit Lehrerin Iris Lasch-Petersmann nach Berlin zur Preisverleihung fahren werden, entscheidet sich im April.
Beim Gespräch im Raum 13 im Erdgeschoss des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, der Redaktionsstube, sitzt die Lehrerin bewusst im Hintergrund. Das Team um Chefredakteur Cornelius Baumann hat das Plakat der nächsten Ausgabe vor sich auf dem Tisch liegen. „Wir freuen uns über den erneuten Preis. Er bestätigt die Qualität unserer Arbeit und zeigt uns, dass sie sich lohnt", sagt Baumann. Die anderen vier „Alt-Redakteure" nicken zustimmend. Da ist Nadine Asfour mit ihren stylisch grünen Haaren. Ihre kreativen Gestaltungsideen beim Ihre kreativen Gestaltungsideen beim Layout sorgen optisch für einen Magazincharakter. Lena Deinaß bringt ein besonderes Schreibtalent in die Redaktion ein, weil sie es versteht, besonders einfühlsam zu erzählen und zu charakterisieren.

Redaktion Schiffsschraube 2015

Peilen die 150. Ausgabe der „Schiffsschraube" und im kommenden Sommer ihr Abitur am Werner-Heisenberg-Gymnasium an (stehend von links): Marlene Gerstner mit Betreuungslehrerin Iris Lasch-Petersmann und Lena Deinaß. Sitzend von links: Yutaka Makabe, Cornelius Baumann und Nadine Asfour. BILDER: SCHILLING

Yutaka Makabe führte in der preisgekrönten Ausgabe zusammen mit Baumann ein Gespräch mit Betroffenen zum Schwerpunktthema „Flüchtlinge" und ein Interview mit Elfi Rentrop vom Arbeitskreis Asyl in Weinheim. Marlene Gerstner gab einen Literaturtip zu John Green. Alle fünf steuern nach den Weihnachtsferien die Abiturprüfungen an und werden die Leitung der Schiffsschraube an die Zehntklässlerinnen Miriam Kadel und Rosa Weber übergeben. Bis es so weit ist, werden sie noch der 150. Ausgabe der „Schiffsschraube" ihr Gesicht geben. „Das ist dann die 18. Ausgabe, an der ich beteiligt sein werde", sagt Cornelius Baumann, der seit der 8. Klasse schreibt.
Hat der Chefredakteur das letzte Wort bei der Auswahl der Themen? „Nein", sagt er. Es gibt gemeinsame Ideenkonferenzen und dass er durchaus auch einmal von den anderen von einem Thema überzeugt werden kann, belegt die nächste Ausgabe. Das Thema „Feminismus" war zunächst nicht sein Favorit, aber was dann an Aspekten dazu zusammengetragen und an Beiträgen vorgelegt wurde, war überzeugend.

Zusammen überlegen die „Schiffsschraube"-Redakteure zu welchen Themen sie Umfragen starten, Hintergründe recherchieren oder ein Interview führen. Es gibt' immer viel Diskussionsstoff, und am Ende ist es die Teamarbeit, die zum guten Ergebnis führt.
Das Team, das demnächst von Bord geht, hat eine ganze Menge bewirkt und Spuren hinterlassen. Dazu gehört auch vor acht Ausgaben die Umstellung vom kleinen DIN A5- aufs größere DIN A4-Format. Dadurch verbesserten sich die Gestaltungsmöglichkeiten und es ergab sich ein professionelleres Gesamtbild.
Während die „alten Hasen" im Redaktionsraum sind, fertigen die Schülerzeitungsredakteure von morgen eine Tür weiter den Teig für 600 Vanillekipferl an. So viele wollen die neuen „Schiffsschraube"-Mitglieder backen, um sie ab Montag als süße Beigabe zu einem „Schiffsschraube"-Exemplar dazugegeben zu können.