Zwei Schwestern auf einer Geige

Kammerkonzert 2015

Weinheimer Nachrichten vom 25. November 2015

Schüler aller Klassen des Weinheimer Werner-Heisenberg- Gymnasium (WHG), Lehrer und Gäste musizierten beim Kammerkonzert in der Aula und sorgten am Donnerstag für einen vergnüglichen Abend. Einen großen Bogen spannten die gestandenen und Nachwuchsmusiker über die Epochen. Ebenso aber spannte sich das Programm über viele Kulturen und Stile, ein sehr abwechslungsreiches Programm, bei dem jeder der etwa 150 Zuhörer etwas für sich finden konnte.
Lange in Erinnerung bleiben wird vor allem der Auftritt der Geschwister Amira und Mariam Abouzahra. Begleitet von ihrer Mutter Nora Emödy spielte Amira die „Introduktion und Tarantella" von Pablo de Saraste. Nahezu fehlerlos und mit einem für ihre jungen Jahre erstaunlich ausgereiften Klang schwang sich die Virtuosin durch das Stück.
Mit einem Augenzwinkern spielten die Schwestern danach gemeinsam „Perpetuum mobile" von Carl Böhm. Das gemeinsame Spiel auf einer einzigen Geige war ebenso schön wie originell und erforderte ein großes Maß an Koordination der Schwestern, von denen die jüngere die Griffe und die Ältere den Bogen übernahm.
Sehr viel ruhiger, aber nicht w-niger schön spielte Aila Farley auf einer keltischen Harfe „Welcome" von Turlough O'Carolan. Diese irische Weise aus dem frühen 18. Jahrhundert ist ein sanftes Stück.und wurde von der Harfenistin anrührend, wie ein Wiegenlied, vorgetragen. Ailas zweites Stück war ein zeitgenössisches: „New Blues" von Deborah Henson-Conant.
Céline Erdösi folgte dem Trend im Programm zur modernen Musik und begleitete sich selbst auf dem Klavier mit den Stücken „If I ain't hurt you" von Alicia Keys und „Hurt" von Christina Aguilera. Beide Stücke profitierten von der tiefen und kräftigen Stimme Célines, die aber auch ohne Schwierigkeiten die höheren Lagen erreichte.
Eine kleine Vorschau auf das Musical des WHG im nächsten Jahr war auch mit dabei. Zwei Stücke aus dem Prolog von „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat" wurde solistisch und schauspielernd von Rebecca Godau, Marie Schneegaß und Rouven Seibert vorgetragen. Sie wurden dabei von einem Ensemble begleitet, die Klasse 5c hatte ebenfalls als Chor einen Auftritt.

Kammerkonzert 2015

Trio: Paula Leuthner (Harfe), Maria Stoica-Florea (Flöte) und Hanna Wendel (Klavier) tragen beim Kammerkonzert des Werner-Heisenlberg-Gymnasiums den ersten Satz des Konzerts für Harfe, Flöte und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart vor. BILD: HOFMANN

Musik ans Filmen
Einiges aus der Filmmusik war ebenfalls bei dem Konzert vertreten. Célia Hinrichs, begleitet von Maria Stoica-Florea am Klavier, trug „Young and beautiful" aus „The Great Gatsby" und „All love can be" aus „A Beautiful Mind" vor, diesmal begleitet von Paula Leuthner an der Harfe. Aus "Anastasia" trugen Jana Schumann und Rose Whaley, begleitet von Silke Winkler, „From the beginning" vor.
Die Blockflöten-AG, die wie jedes Jahr den Einstieg in das Konzert gestalteten, ging stilistisch in eine ganz andere Richtung und trug zwei Stücke aus dem deutschen und italienischem Barock vor. Das waren die Motette „Das ist meine Freude" von Georg Phillip Telemann und ein Teil der Pulcinelli Suite von Giovanni Battista Pergolesi.
Des Weiteren spielten zwei junge Pianisten jeweils ein Stück vor. Helmi Katila brachte aus der Fantasie d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart und Kastor Krause eine Jazz Etüde von Milan Dvorak. Miriam Herhold mit der Flöte und Emili Radoske spielten den ersten Satz der großen Sonate in C-Dur von Friedrich Kuhlau. Paula Leuthner (Harfe), Maria Stoica-Florea (Flöte) und Hanna Wendel (Klavier) trugen den ersten Satz des Konzerts für Harfe, Flöte und Orchester von Mozart vor. Charlotte Gutzler spielte, begleitet von Silke Winkler am Kavier, Mozarts Flötenkonzert Nummer 2, Ren Kajiyama trug auf der Flöte aus „Der Fluyten Lusthof" vor. Rose Whaley am Tenorsaxofon und Jana Schumann am Klavier steuerten den Riff-Raff-Blues von Dirko Juchem zum Programm bei.
Die Geschwister Miriam und Rocco Vespa spielten das Neapolitanische Liedchen von Tschaikowsky, und zu guter Letzt trug ein Cello-Trio, bestehend aus Paul Bäder, Siän Farley und Andreas Walther und begleitet von Hanna Wendel am Klavier die Sonate in a-Moll von Patouart vor.
Moderiert wurde der Abend ebenso informativ wie unterhaltsam von Nadine Asfour und Miriam Flüchter, die das Publikum auf die sehr unterschiedlichen Stücke einstimmten. Alles in Allem bescherte das Konzert einen durchaus vergnüglichen und netten Abend. jl