Zum Abschied gibt es ein Ständchen

Vier Lehrer gehen in den Ruhestand / Unter ihnen auch Konrektor Hans Schröder

Weinheimer Nachrichten vom 30. Juli 2015

WEINHEIM. Marcus Hammer, Mitglied der Lehrerband, hatte sich bei der Verabschiedung der Lehrer des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) gestern Vormittag einiges vorgenommen: Auf die Melodie von Herbert Grönemeyers 80er-Jahre Klassikers „Männer" dichtete er allen abgehenden Lehrkräften mindestens eine eigene Strophe zu. Für den scheidenden Konrektor Hans Schröder, der ebenso wie seine Kollegen Bernhard Merkert, Joachim Gund und Elke Schönwetter-Stoll (2016) in den Ruhestand geht, durften es auch mehrer Strophen und ein doppelter Refrain sein.
Zweimal stimmte Hammer an: „Schröder, du musst gehn, nimm's leicht/ mit der Arbeit hat's jetzt gereicht/ wirst uns fehl'n, weil du leider weichst/ Schröder, du warst unser Mann."

Konrektor geht von Bord

WHG-Schulleiter Gerald Kiefer dankte dem langjährigen Stellvertreter: „Nie hast du lässig gewirkt, du warst nicht einmal nachlässig, aber du besitzt eine gewisse Gelassenheit und Gottvertrauen." Hans Schröder, von den Schülern „Papa Schröder" genannt, habe, ohne Aufsehen um die eigene Person, den Schulalltag für andere erträglich gemacht. Seit 1989 sei er in der Organisation des Stundenplans tätig gewesen. Schröder habe seine Lehrtätigkeit nach der Devise Albert Einsteins ausgeübt, dass es die hohe Bestimmung des Menschen sei, mehr zu dienen, als zu herrschen." Dies habe sich auch gezeigt, als Schröder 1995 eine zunächst zweijährige Beurlaubung für den Auslandsschuldienst in Lagos/Nigeria beantragte.
„Auch in Lagos wurdest du für deinen unermüdlichen und sachkundigen Einsatz im Verwaltungsbereich gelobt", sagte Schulleiter Kiefer. Bei den zwei Jahren sei es indes nicht geblieben. Erst 2002 kam Schröder zurück ans WHG. Nigeria bleibt er weiter verbunden: als Vorsitzender der Gemeinde Deutscher Sprache.

Verabschiedungen 2015

Ansprechpartner für alle Fragen

Auch mit dem Abschied von Joachim Gund in den Ruhestand verlasse das WHG ein Lehrer, der an der Schule unglaublich viel angestoßen habe. Kiefer zählte auf: Betreuung der Schülerzeitung, Theaterbesuche, Kletter-AG, Skilaufen in Saalbach und Kooperation mit der Mon-tessori-Schule. Insbesondere seine große Begeisterungsfähigkeit für die Literatur, für Spiel, Sport und Bewegung habe Gund verstanden, auf die Schüler zu übertragen. Und: „Er ist für viele ehemalige Schüler ein Ansprechpartner über die Schulzeit hinaus geblieben."

Verabschiedet wurde mit Bernhard Merkert gestern auch ein Lehrer, der bereits am Werner-Heisenberg-Gymnasium war, als dieses noch gar nicht so hieß, sondern schlicht Gymnasium Weinheim. Alexander Müller vom Personalrat würdigte Merkerts Pionierarbeit für die Internetpräsenz des WHG, und Kiefer betonte dessen hohe Affinität zum Computer. Zu großem Dank sei er Merkert für seine Verdienste auf dem Gebiet der Informatik und beim Aufbau der schulischen Netzwerke verbunden.

Auch Elke Schönwetter-Stoll wurde von den versammelten Kollegen verabschiedet. Bevor es so weit sei, bleibe sie der Schule aber nach den Sommerferien noch für weitere rund sechs Monate für das Fach Gemeinschaftskunde erhalten.
In ihren 23 Jahren am WHG habe sie der Schule im Bereich Studien- und Berufsorientierung ein Gesicht gegeben, so Kiefer. Unvergessen sei in diesem Zusammenhang der Gewinn beim bundesweiten Focus- Wettbewerb „Schule macht Zukunft". Als Preis für das von Schönwetter-Stoll betreute Projekt „Wohnen 2020 in der Heidelberger Bahnstadt" reisten die Schüler nach Singapur.

Auf eine lange Karriere am WHG konnte der Mathe- und Physiklehrer Dr. Henrik Zimmermann nicht zuückblicken. Seiner Verabschiedung lag eine persönliche Veränderung zugrunde: Er heiratete vor Kurzem und bat um die Verlegung an eine Mannheimer Schule.

Am Anfang der Lehrerlaufbahn

Auch Hannah Lang und Annika Wiescher verlassen das WHG. Lang war als Lateinlehrerin für eine Kollegin im Mutterschutz eingesprungen. Ebenso wie im Fall von Wiescher war ihre Anstellung von Vorneherein befristet.
Gemeinsam mit ihnen wurden außerdem die Referendare Franziska Beutel, Svenja Menke, Frederik Radler, Lukas Knödler und Michael Maurer verabschiedet. Sie sind noch am Anfang ihrer Lehrerlaufbahn. Denjenigen, die in den Ruhestand gehen, sagte Gerald Kiefer zum Abschied: „Ich zolle allen, die ein Leben für die Schule und für ihre Schüler gelebt haben, meinen Respekt."