Beltz-Verlag zeichnet gebürtige Mannheimerin aus

Regina Dürig erhielt für das Jugendbuch „2 1/2 Gespenster" den Peter-Härtling-Preis - SWR sendet Bericht zu Preisverleihung

Rhein-Neckar-Zeitung vom 11. Mai 2015

Weinheim, (keke) Für den Journalisten und Laudator Tilman Spreckelsen ist Peter Härtling ein „Autor für alle Generationen". Der Weinheimer Verlag „Beltz & Gelberg" hatte 1984, zum 50. Geburtstag seines renommierten Hausautoren, den seitdem alle zwei Jahre verliehenen und mit 3000 Euro dotierten „Peter-Härtling-Preis" für noch unveröffentlichte Kinder- und Jugendbuchmanuskripte gestiftet.

Beltz-Verlag zeichnet gebürtige Mannheimerin aus

Beltz-Chefin Marianne Rübelmann (I.) überreicht Regina Dürig den Härtling-Preis. Rechts: Laudator Tilman Spreckelsen. F: Dorn

Gestern Vormittag durfte die 1982 in Mannheim geborene und heute im Schweizerischen Biel lebende Regina Dürig den Preis entgegennehmen. Sie erhielt die Auszeichnung für ihren Jugendroman „2 1/2 Gespenster". Auf knapp 130 Seiten erzählt sie darin die Geschichte von Leo und der 16-jährigen Jonna: Leo taucht eines Tages unverhofft in der Hinterhofdruckerei von Jonnas Vater auf, nistet sich dort ein und lässt sich nicht einmal von der Polizei vertreiben. Mit seiner geheimnisvollen Art bezaubert er das „Wohlstandsküken" Jonna. Aber Leo entzieht sich letztlich allen. Bis sich die Dinge zuspitzen. Sein immer wiederkehrendes „Eigentlich lieber nicht" wird zum roten Faden der Handlung. Das Buch, so die Begründung der Jury für die Auszeichnung, besteche durch seine kunstvolle Sprache und die behutsame Erzählhaltung, mit der Dürig der Fantasie des Lesers jede Freiheit lässt. Nicht zuletzt spiele die Autorin „geschickt mit weltliterarischen Motiven und findet jederzeit zu einer völlig eigenständigen Erzählweise". Von Karin Gündischs vor 30 Jahren als erste mit dem Preis ausgezeichnete „Geschichten über Astrid" über Josef Holubs „Der rote Nepomuk" bis hin zu Dürigs „2 1/2 Gespenster": Immer wieder seien es die Figuren, „die erzählten Kinder", die die Absicht des Preises erfüllten, so Härtling in seinem Grußwort: „Mit ihren Wünschen und Erfahrungen, in ihrer Verletzbarkeit und Ausdauer." Genau 16 Titel sind inzwischen erschienen: „Eine Bibli¬thek, die Wert darauf legt, Lebensanfängen Sprache zu schenken."
Dürigs „21/2 Gespenster" zeigten meisterlich, was ein Jugendroman vermag, wenn man ihn aus dem Korsett der Erwartungen entlässt, die üblicherweise an dieses Genre gestellt würden, so der Jury-Vorsitzende Tilman Spreckelsen.

Zwischen dem vom „Literarischen Quartett" Sarah Bernd, Judith Beier, Yaren Kivanc und Julia Wang vorgestellten Ergebnissen einer „Schreibwerkstatt" von Dürig mit Schülern des Werner-Heisenberg-Gymnasiums öffnete die Autorin ihr eigenes „literarisches Herz".
„Bücher sind eine Welt, die das Bild verändern können, das man von der Welt und in sich hat", so die junge Schriftstellerin. Beltz-Verlegerin und Geschäftsführerin Marianne Rübelmann und Tilman Spreckelsen überreichten Urkunde und Preisgeld, musikalisch u¬rahmt vom „Jazz-Duo Pfisterer & Armani": „Lesen bedeutet für Kinder und Jugendliche, in spannende Abenteuer einzutauchen und fantasievolle Geschichten zu erleben." Eine dieser hervorragenden Arbeiten werde „abseits von unfassbar einfältigen Handlungsmustern unzähliger Vampirschmonzetten und seriellem Drachenlesefutter" ausgezeichnet.