Knifflige Frage: Schreibstift oder doch Tastatur?

Sebastian Dallinger und sein Auftritt als Debattierer im Stuttgarter Landtag

Weinheimer Nachrichten vom 25. April 2015

Die Arbeitsgruppe Jugend debattiert am Wer¬ner-Heisenberg Gymnasium konnte ihre Arbeit mit einem tollen Erfolg beenden. Mitte April trafen sich die vier besten Debattanten Baden-Württembergs im Stuttgarter Landtag, um mit einer letzten Debatte zu entscheiden, wer am Bundesfinale 2015 in Berlin teilnehmen wird.

Mit dabei war Sebastian Dallinger vom Werner-Heisenberg Gym¬nasium, der bereits in den Vorrunden hochgelobt wurde und so nun mit Spannung und auch leichter Nervosität dem Beginn der Debatte entgegenfieberte. Begleitet wurde er von der betreuenden Lehrerin Sarah Schulz, sowie den beiden Mitbegründerinnen der Jugend debattiert AG, Elke Knöppler und Melanie Konrad, ohne deren Initiative der diesjährige Erfolg niemals möglich gewesen wäre.

Landesfinale Jugend debattiert Landtag 2015

Stolz auf Platz 4: Sebastian Dallinger mit Lehrerin Sarah Schulz sowie den beiden Mitbegründerinnen der Jugend-debattiert-AG am Werner-Heisenberg-Gymnasium, Elke Knöppler und Melanie Konrad.

Es sei schon ein besonderes Gefühl im Stuttgarter Landtag Platz zunehmen und dort, wo ansonsten heiße politische Debatten um die politische Zukunft des Landes ablaufen, selbst als Teilnehmer zugegen sein, heißt es in einer Mitteilung des Gymnasiums. Unter 18 000 Teilnehmern von Jugend debattiert hatten es acht Schüler und (je vier aus der Sekundarstufe 1 und 2) aus dem Raum Stuttgart, Nürtingen und eben Weinheim bis hierher geschafft. Die nächsten 24 Minuten sollten entscheidend sein. Die Fragestellung lautete: „Soll in Baden-Württemberg an Grundschulen anstelle der Schreibschrift das Tastaturschreiben gelernt werden?"

Dies sei keine einfache Fragestellung für die Schüler der Sekundarstunde II, mussten sie sich doch wieder in die Welt von Grundschülern zurückversetzen und dabei so verschiedene Aspekten, wie der Digitalisierung unserer Welt und den kognitiven und psychologischen Verschränkungen von Schrift und Gedächtnis Beachtung schenken.
„Leider konnte sich Sebastian Dallinger hier nicht durchsetzen, war aber trotz allem mehr als glücklich mit seinem Erfolg in der diesjährigen Jugend-debattiert-Runde", schreibt die Schule. Schließlich gehe es nicht vorrangig ums Siegen - alle seien Gewinner, wie der Leiter der Stiftung Jugend debattiert mehrmals betonte.

Zwei Perspektiven

Das Debattieren fördert Ausdruck-fähigkeit und Gesprächsfähigkeit. Damit wird der Grundstein gelegt für Toleranz und Empathiefähigkeit - lehrt der Wettbewerb doch immer zwei Perspektiven einer Sache zu betrachten, sich einander zuzuhören und so sich sachgerecht und differenziert mit Thematiken auseinanderzusetzen.
Wie in der Eingangsrede von Marian Schreier, mit 25 Jahren jüngster Bürgermeister Baden-Württembergs und Jugend-debattiert-Alumni, hervorgehoben wurde, geht es letztendlich darum, demokratische Kultur zu fördern und Schülern und Schülerinnen eine Plattform zu geben, wo sie ihre Gedanken zu formulieren lernen und merken, wie Worte zu Entscheidungen und Taten führen können.