Prachtvolle Liebeserklärung an die Musik

Beim Jahreskonzert in der Stadthalle präsentieren sich Instrumental-Ensembles und Chöre mit neuen Ideen und berührenden Beiträgen

Weinheimer Nachrichten vom 7. März 2015

Unter diesen Lehrern macht es Spaß, zu singen oder Geige, Trompete und Posaune zu spielen. Entsprechend mutig und konzentriert gingen die Schüler beim Jahreskonzert des Werner-Heisenberg-Gymnasiums am Donnerstag- und Freitagabend in der Stadthalle zu Werke. Sie spielten und sangen sich durch Musikepochen, bildeten Ensembles, die sich trotz unterschiedlicher Klangstruktur in Stücken begegneten. Da standen sich Blockflötisten und Blechbläser in einem Loblied von Jakobus Gallus aus dem 16. Jahrhundert gegenüber, harmonierten in einer Suite in F- Dur von Christian Friedrich Witt aus dem frühen 18. Jahrhundert Streicher und Blockflötisten. Letztere traten angesichts neu arrangierter Kompositionen aus ihrer Programmnische heraus. Schließlich oblag den Flötisten unter Edeltraud Körber bislang fast ausschließlich die Aufgabe der Programmeröffnung. Nun bereichern sie das Gesamtbild des Programms, das sich diesmal kontinuierlich steigerte und für unvergessliche Momente sorgte.
Lange in Erinnerung bleiben wird die Wand aus über 100 schwarz-weiß gekleideten Sängern, die sich aus Schülern des Projekt- und Nachwuchschors des Werner- Heisenberg-Gymnasiums sowie aus französischen Gastschülern der Gymnasien Lamartine und Paul Bert aus Paris bildete. Unter Leitung von Silke Winkler sorgten sie mit vier Stücken aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu" für rührende Momente.

Jahreskonzert 2015

Der Chor des Werner-Heisenberg-Gymnasiums sang unter Leitung von Silke Winkler nuanciert und mehrstimmig unter anderem das schottischen Traditional „Loch Lomond". BILDER: SCHILLING

Und dennoch war eine Steigerung möglich. Der stattliche Chor formierte sich am Ende des Konzerts erneut und verschmolz mit dem Schulorchester und allen In-strumentalisten zu einem gewaltigen Klangkörper. Gemeinsam intonierten sie die Liebeserklärung an die Musik schlechthin - das Lied „Music" von John Miles, dessen hymnischer Charakter dem besonderen Schulkonzert die Krone aufsetzte.
Gespannt durfte man an beiden Konzertabenden auch darauf sein, wie sich der Weggang von Uli Kammerer als Leiter der Little Big Band und der großen Jazzband auf diese Sparte des Heisenberg-Gymnasiums auswirken würde. Schulleiter Gerald Kiefer kann sich entspannen, denn Musiklehrer Michael Maurer trat zwar in große Fußstapfen, aber sie sind keineswegs zu groß für ihn. Er präsentierte eine knapp 30 Musiker starke Jazzband, die instrumental ausgesprochen nuanciert und äußerst vital Herbie Hancocks „Chameleon" und James Hetfields „Enter Sandman" in sattem Sound servierte. Bei „Don't Know Why" von Norah Jones und „Valerie" von Amy Winehouse gaben Celine Erdösi und Daria Fischer ihre Visitenkarte als Sängerinnen ab.

Jahreskonzert 2015 (2)

Das Blocklötenensemble unter Leitung von Edeltraud Körber hatte nicht nur seinen eigenen Auftrittsblock, sondern spielte beim Jahreskonzert des Werner-Heisenberg-Gymnasiums auch zusammen mit Blechbläsern oder Streichern.

Motivierende Lehrer
Teresa Freund, Edeltraud Körber, Michael Maurer, Silke Winkler und Dr. Gerald Kohl können sich zugute halten, die Heisenberg-Schüler motiviert zu haben, und sie können auf eine Technik-AG setzen, die das Ganze ins rechte Licht rückt.
Für Gerald Kohl markierte das Jahreskonzert auch die Geburt-stunde seiner Eigenkomposition. Seine dreisätzige Sinfonietta für Bläser und Schlagzeug erlebte eine Uraufführung mit fanfarenartigem Auftakt, harmonischem Mittelteil und einem vom Schlagzeug und swingenden Passagen geprägten Allegro vivace.
Zweieinhalb Stunden waren vom Konzertauftakt mit einem Stück von George Bizet bis zur musikalischen Liebeserklärung mit John Miles' „Music" vergangen - ein kurzweiliges Konzertvergnügen.