Hymnen an die Liebe zur Musik

Rund 150 Schüler aus Weinheim und Frankreich begeistern beim Jahresschulkonzert des Werner-Heisenberg-Gymnasiums

Rhein-Neckar-Zeitung vom 7. März 2015

Tönen der Geigen, die noch einmal eingestimmt werden. Vier Schüler in Schwarz verleihen Licht und Ton von einem großen Technikerpult aus Feineinstellungen. Dann eröffnet Hans Schröder, stellvertretender Schulleiter, das Jahresschulkonzert des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG).
Musik spiele im Leben junger Menschen eine unersetzliche Rolle, sagte Schröder. Sie ermögliche als „Weltsprache" eine Verständigung zwischen Kulturen. Im Kleinen ist diese „Mittlerfunktion" Teil des Konzerts: Der Nachwuchschor setzt sich zur Hälfte aus Schülern der Pariser Gymnasien Paul Bert und Lamartine zusammen.

Ebenso wie die Sänger des WHG hatten die französischen Schüler seit Schuljahresbeginn vier Stücke des Filmkomponisten Bruno Coulais (bekannt aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu") einstudiert. Nach der Anreise der Franzosen am Dienstag wurden die Chöre nahtlos zusammengeführt - auf den Zusammenklang der etwa 100 Kinderstimmen folgt minutenlanger Applaus. „Unser Choraustausch war schon 2013, zum 50. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages, ein Erfolg.

Jahreskonzert 2015

Hoch konzentriert und mit Freude dabei: die Schüler auf der Stadthallenbühne. Foto: Kreutzer

Wir freuen uns sehr, dass das dieses Jahr wieder geklappt hat", sagt Schröder.
Chorleiterin Silke Winkler eilt nach dem Verbeugen von der Bühne: Sie spielt beim nächsten Programmpunkt (Jakobus Gallus' „Doppelchor" für Blockflöten und Blechbläser) als Flötistin mit. Dr. Gerald Kohl, ebenfalls Musiklehrer am WHG, dirigiert den Dialog zwischen zwei so verschiedenen Ensembles. Der für Kohl spannendste Moment des Abends kommt nach der Pause: Das Konzert ist die Uraufführung einer von ihm komponierten „Sinfonietta"; das Werk steigert sich in von Bläsern und Schlagzeug abwechselnd gespielten Einzelpartien und wird vom Publikum begeistert verfolgt.
Eine ganz andere Klangwelt beschwört das Blockflötenensemble von Edeltraud Körber herauf. Ihre Kollegin Teresa Freund begeistert mit Witts „Suite in F-Dur", gespielt von Blockflöten und Streichern. Dann legen Little Big Band und Jazzband ihren groovigen Auftritt hin. Die letzte Darbietung ist zugleich Höhepunkt des Konzerts: für John Miles „Music" kommen alle Musiker auf die Bühne. Zuerst singt der Chor nur vom Klavier begleitet, dann setzen Orchester und Band mit dem unverwechselbaren Instrumentalteil des Songs ein. Die Gäste applaudieren im Stehen. Nach der Zugabe (noch einmal „Music") tritt Schulleiter Gerald Kiefer auf die Bühne: „Ich habe noch nie so viele fröhliche Gesichter gesehen", ruft er den rund 150 Musikern zu.