Das Elternhaus können wir nicht ersetzen

Vermittelt die Schule zu wenig Alltagswissen?

Weinheimer Nachrichten vom 15.01.2015

„Ich hätte mir einen Kurs gewünscht, der mich auf den Emst des Lebens vorbereitet."

ANNA-LENA F. VIA FACEB00K

Auszug aus dem Artikel von Verena Müiler-Rohde und Stefan Jünger
Der Schulleiter des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Weinheim (940 Schüler), Gerald Kiefer, verweist bei diesem Thema auf die neuen Bildungspläne, die im Schuljahr 2016/2017 umgesetzt werden sollen. Diese sehen auch ein Fach vor, das sich mit „Wirtschaft, Berufsund Studienorientierung" beschäftigt. Und schon jetzt werde in der Schule viel praktisches Wissen vermittelt, so Kiefer. „Wir sitzen hier nicht im Elfenbeinturm", sagt er.

Bewerbungs-Training

Ein Zeichen dafür: Schon zum zweiten Mal sei das WHG mit dem Zertifikat BoriS ausgezeichnet worden, einem „Berufswahl-Siegel", das besonders gute Projekte in Sachen Studien- und Berufswahl prämiert. Am WHG trainiere man mit den Schülern Assessment-Center und Bewerbungsgespräche. „Es geht aber auch nicht immer nur um die Frage: Was nutzt mir das direkt? Es geht darum, die Persönlichkeit eines Schülers zu stärken", sagt Kiefer. Er betont: „Wir können nicht das Elternhaus komplett ersetzen. Und wenn wir den Kindern wirklich beibringen sollen, wie man zum Beispiel ein Bankkonto einrichtet, dann müssen wir dafür anderen Lernstoff weglassen."