Weinheimer Band "disaffection" unter den besten 120 bei "Schooljam"

Weinheimer Nachrichten vom 03.02.2015

Jakob Langenbach (18), Dorian Röhrig (17) und Leon Walther (18) bilden die Band "disaffection". "Aber bitte alles kleinschreiben", sagen die drei Nachwuchsmusiker wie aus einem Mund.

disaffection

Sie sind Teilnehmer des Musikwettbewerbs "Schooljam", der sich an junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren richtet. Und sie haben Erfolg: Von über 1300 Teilnehmern ist "disaffection" unter die besten 120 Bands gekommen. Deshalb dürfen sie sich am Dienstag, 10. Februar, im Frankfurter Klub "Nachtleben" als eine von zehn Gruppen in einem Bandwettbewerb der Jury stellen. Die beiden besten Bands kommen an diesem Abend in die nächste Runde. Im weiteren Verlauf des Wettbewerbs wird es eine Onlineabstimmung über die Internetseiten von VIVA, Spiegel online und BigFM geben.
Bewerben mussten sich die Musiker mit einem selbst geschriebenen Stück. Es hat den Titel "free" und stammt aus der Feder von Jakob Langenbach. "Wir schreiben über alles, außer Liebe - noch nicht", erklärt Jakob und fügt hinzu: "Ich schreibe über Gott und die Welt, aber dabei auch tiefgründig, vor allem über Freiheit und gegen die Zwänge der Gesellschaft. Wir wollen die Menschen berühren und uns gegen Pessimismus aussprechen." Die Zielgruppe ist dabei breit. "Sogar meiner Oma gefällt unsere Musik", ergänzt Leon.
Das Instrumentenspektrum umfasst eine E-Bass-Gitarre, eine Mandoline und eine Oktav-Gitarre, außerdem Basedrums und Trompete. Alle drei singen.
Die genaue Musikrichtung lässt sich nicht ohne Weiteres einordnen. Die Drei bezeichnen es als eine Mischung aus allem, aber kein Rock und kein Metal. Sie ordnen sich eher dem Pop-Bereich zu.
Einerseits möchten die drei Musiker in Frankfurt gewinnen, andererseits sind sie auch schon glücklich darüber, überhaupt so weit gekommen zu sein. Der Hauptpreis ist allerdings auch außergewöhnlich: Die Siegerband darf auf Festivals unter anderem in Shanghai, London, Los Angeles und beim deutschen "Hurricane Festival" auftreten.

Spontane Bewerbung
Dabei erfolgte die Bewerbung für "Schooljam" spontan. Eine Lehrerin hatte die drei auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Die Anmeldung erfolgte dann am letztmöglichen Tag, nachdem die Band das Wochenende davor noch durchgeprobt und den neuen Song einstudiert hatte.
Dass "disaffection" dann weiterkam, war eine Überraschung. "Wir hatten den Wettbewerb schon fast vergessen, haben das eigentlich nur so für uns gemacht. Dann lasen wir unsere Namen auf der Website von Schooljam und konnten es gar nicht glauben!", sagen die drei Bandmitglieder.

Seit einem Jahr
Als Band spielen sie schon seit einem Jahr zusammen. Starthilfe erhielten sie von ihrem Lehrer Uli Kammerer, dem Leiter der Big Band des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, in der die drei Schüler ebenfalls aktiv sind. Bis zur Wettbewerbsteilnahme hatte das Trio noch gar keinen Bandnamen. Auch da war Kammerer behilflich. Da von den Dreien immer mal einer zu spät zur Probe der Big Band erschien, kam Kammerer auf den Namen "disaffection", zu deutsch Unzuverlässigkeit.
Auch Konzerte hat "disaffection" schon gegeben, wie man auch auf ihrer Facebook-Seite nachlesen kann. Das erste war zur Eröffnung der AOK in der Weinheim Galerie und "kam richtig gut an".
Auch das zweite Konzert in der Weinheim Galerie war ein Erfolg. Außerdem trat "dissafection" beim Schulfest auf.
Geprobt wird im Keller von Leon Walther. Auf die Frage, was ihre Proben besonders macht, antworten die Drei: "Wir bestellen uns fast immer Pizza."
Vor einer Jury spielen "disaffection" in Frankfurt zum ersten Mal. Sie müssen zwei Songs performen, am Zweiten schreiben sie noch. "Wir werden jedenfalls herausstechen, weil wir keinen Rock spielen."

Blick in die Zukunft
Auch wenn sie nicht gewinnen sollten, wollen die drei weitere Konzerte geben, denn die Musik macht ihnen Spaß, weil sie Themen hinterfragen und viele Menschen erreichen können. Und was wünscht sich "disaffection" mit Blick in die Zukunft? "Irgendwann würden wir gerne ein Album rausbringen. Uns steht ja noch alles offen." Jakob Langenbach und Leon Walther machen gerade Abitur und sind natürlich zeitlich noch anders eingespannt. Es ist noch ein "langer Weg zur großen Bühne", aber der Anfang ist auf jeden Fall gemacht. roo
Neues über "disaffection" findet man auch auf der Facebook-Seite der Band.