Grenzerfahrung auf 4000 Metern

Angehende Abiturienten besteigen bei den Studienfahrten den 4061 Meter hohen Gran Paradiso

Weinheimer Nachrichten vom 27.11.2014

Die Fachschaft Sport des Werner- Heisenberg-Gymnasiums ist mittlerweile bekannt dafür, dass sie keine Klassen- oder Studienfahrten von der Stange liebt. Für die Sportlehrkräfte stehen erlebnispädagogische Grundsätze und das Erfahren der eigenen Grenzen im Vordergrund.
In diesem Jahr war es das Besteigen des 4061m hohen Gran Paradiso in einem Seitental des italienischen Aostatals. Das „Projekt 4000", wie es die Lehrkräfte Joachim Gund, Franz Domeier, Christian Hahn und Matthias Harbarth benannt hatten, fand im Rahmen der Studienfahrten mit den angehenden Abiturienten statt. „Mit dem Planen, Einkauf und der Zubereitung der eigenen Verpflegung, dem Zusammenarbeiten in einer Seilschaft oder dem Durchlaufen eines Klettersteiges wollen wir vor allem den Teamgeist fördern", so Matthias Harbarth.
Für viele Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren war die Gipfelbesteigung eine Grenzerfahrung, denn eine Bergtour wie diese hat ganz besondere Anforderungen an Körper und Geist. Bei idealen äußeren Bedingungen machten sich die Heisenberger bereits am zweiten Tag auf den Weg zur auf 2735 Meter hoch gelegenen Schutzhütte Refugio Chabod. Dort erwartete die Teilnehmer am frühen Abend ein Winterlager ohne die Annehmlichkeiten der Zivilisation: kein fließendes Wasser, keine Zentralheizung und auch kein Strom genauso wenig wie der Supermarkt um die Ecke.

In den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr erwachte die Hütte dann aus ihrem Schlaf, und mit Stirnlampen, Steigeisen und Eispickeln ausgerüstet machte sich die Gruppe auf zum ersten Zwischenziel, der Gletscherzunge. Am Gletscher angekommen wurden nun die Steigeisen montiert, Klettergurte angelegt und die Seilschaften eingebunden, ehe dann bei Sonnenaufgang und blauem Himmel der Gipfel über den Gletscher bestiegen werden sollte. In Anbetracht der ungewöhnlich hohen Temperaturen entschieden sich die Lehrkräfte, den Rückweg etwas früher als geplant anzutreten: „Die Eisbrücken über die Gletscherspalten waren einfach schon zu sehr angetaut und auch hier zählte wieder unser Grundprinzip, dass wir unsere Grenzen erfahren wollen, ohne sie leichtfertig zu überschreiten", so Sportlehrer Christian Hahn. Nach sieben Stunden Aufstieg und einem atemberaubenden Ausblick auf den Mont Blanc erfolgte der direkte Abstieg.

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