Volksbank ist der Kunst nicht abgeneigt

Der Kunstneigungskurs des Werner-Heisenberg-Gymnasiums stellt mehr als 70 Arbeiten aus

Rhein-Neckar-Zeitung vom 15.03.2012

Kunstunterricht in der Schule: Da denken viele unweigerlich an eigene Erfahrungen im Umgang mit Wasserfarben, an zerbrochene Bleistifte oder misslungene Skizzen. Dass im Kunstunterricht aber auch tolle kreARTive Ergebnisse erzielt werden können, zeigt noch bis diesen Freitag, 16. März, die Galerie in der Volksbank Weinheim. Zu sehen gibt’s als Gruppenausstellung mehr als 70 Arbeiten des Neigungskurses Kunst am Werner-Heisenberg Gymnasium.
Die 26 ausstellenden Schüler, allesamt kurz vor ihrem Abitur stehend, präsentieren Grafiken und Landschaftsdarstellungen, surreale Bilder, Skulpturen sowie Materialcollagen, die sie in den beiden zurückliegenden Kursstufen sowie als fachpraktische Abi-Aufgaben zu bewältigen hatten. Friederike Rhein, zweifache Gesangs-Preisträgerin bei „Jugend musiziert“, bereicherte gemeinsam mit Silke Winkler (Klavier) die Vernissage musikalisch. „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“. Die Erkenntnis stammt von Karl Valentin. Auch die Abiturienten haben sich viel Arbeit gemacht. Einerseits angetrieben durch den Punkte- und Notendruck ihrer Kunstlehrerin Anke Krause, zum anderen angestachelt von eigener künstlerischer Leidenschaft. „Jede(r) von euch hat gearbeitet und im praktischen Teil Ergebnisse erzielt, auf die ihr stolz sein könnt und die man auch in dieser Gesamtschau ohne Scheu der Öffentlichkeit präsentieren kann“, verteilte die Kunstpädagogin Lob und Leistungspunkte an den Abi-Doppeljahrgang.
Nicht zuletzt um zu bestätigen, was aus einer Idee, aus ein paar anfänglichen Strichen auf Papier und Leinwand werden kann. Und um zu sehen, dass nicht selten aus Schülern Künstlern werden können. „Die Unruhe der Masse gebiert das Individuum“: Eine auf Video gebannte Performance der Schüler hatte die Vernissage eröffnet. Leider gehe auch im Schulalltag das Individuum oft verloren, lautete die Aufgabe, davon ausgehende Botschaft und Idee, das Individuum wieder zum Leben zu erwecken. Farbkompositionen mit Hilfe von Collagen zu erstellen und auf einer vorgegebenen Fläche Form und Farbe so aufeinander in Bezug zu setzen, dass sich daraus ein „großes Ganzes“ ergibt, lautete eine andere Aufgabe.
Der Bereich „Grafik“ sieht sich durch mit Bleistift und Kugelschreiber gefertigte Arbeiten abgedeckt. Und „anstelle der üblichen Obstschalen“ bannte eine andere Gruppe „Putzmittel“ aufs Papier und löste die Aufgabenstellung mittels Putzeimer, Schrubber, Schwämmen und Reinigungsmitteln.
Angelehnt an die französische Künstlerin Louise Bourgeois war ein anderer zentraler Aspekt „das Wagnis der Suche nach Wegen sich selbst künstlerisch zu erkennen und auszudrücken“. Die Suche war von Erfolg gekrönt, wie eine mit Watte gefüllte Skulptur aus Nylonstrumpfhosen als „Symbol des Weiblichen“ veranschaulicht.
Antike (Ton-)Köpfe „für das Zentrum des Denkens“ stehend deckte ein anderer Arbeitsbereich ebenso ab wie die Aufgabe weibliche Kurven zu gestalten
und deren Rundungen durch Schattenwurf zu verstärken. Bleibt die Gruppe der „impressionistischen Landschaftsmaler“ sowie derjenigen, die sich mit Max Ernsts Technik der Kombinatorik auseinandersetzten, um auf surreale Weise „neue Realitäten“ zu schaffen.
Fazit: Eine ebenso sehens- wie lohnenswerte Ausstellung, die während der üblichen Banköffnungszeiten einen Besuch und der Betrachtung wert ist. Die Ausstellung ist noch bis zum morgigen Freitag in der Galerie der Volksbank Weinheim zu sehen.