Volksbank sprach mit Schülern – über Geld

Weinheimer Rundschau vom Mittwoch, 15. Februar 2017 RNZ

Bankmitarbeiter führten Weinheimer Oberstufenschüler durch die Ausstellung „Geldanlage spielend verstehen“
Weinheim. (keke) Wer sein sauer verdientes Geld gewinnbringend anlegen will, sollte einiges an Hintergrundwissen vorweisen können. Diesem Anspruch zu genügen, ist Ziel einer „Erlebnisausstellung“, die noch bis Ende dieser Woche im Foyer der Volksbank Weinheim aufgebaut ist. Entstanden ist die Ausstellung in Kooperation mit der genossenschaftlichen Investmentsparte „Union Investment“. Kunden und Interessierte können im Voba-Foyer über Bildschirme „scrollen“, Schalter und Kugeln drücken, an Knöpfen drehen, Schieber hochfahren und über Displays wischen. Dabei sollen sie sich quasi spielend mit dem Thema auseinandersetzen – und ein Grundverständnis dafür erwerben. Vier interaktive Stationen unter der Überschrift „Weitblick und Wohlstand“, „Struktur und Stabilität“, „Strategie und Wachstum“ sowie „Ausdauer und Erfolg“ vermitteln, wie persönlicher Wohlstand gesichert und Vermögen vermehrt werden kann. „Geld richtig anlegen, das ist ein kompliziertes Thema. Zu viele Verbraucher wissen zu wenig darüber und haben auch wenig Interesse daran. Das ist schade, denn es geht um ihren zukünftigen Lebensstandard“, sagt Carsten Müller, Mitglied des Voba-Vorstands. Die Ausstellung solle Berührungsängste abbauen: „Man begreift Finanzthemen besser, wenn man sie anfassen kann.“
Die RNZ hat am Montag Studienrat Tobias Naber und Schüler der „Wirtschafts“-Kursstufen I und II des Werner-Heisenberg-Gymnasiums begleitet. Volksbank-Finanzassistent Maximilian Stumpf hatte einen „Kurz- Lehrgang“ für sie vorbereitet, um ein „allgemeines Verständnis fürs Sparen zu schaffen“. Über viele Jahre Exportweltmeister, aktuell Fußballweltmeister und seit jeher Sparweltmeister: „Die Deutschen sind das Volk, das mit durchschnittlich zehn Prozent seines Nettoeinkommens das meiste Geld zur Absicherung des Lebensstandards, für die Altersvorsorge oder schlicht als Reserve zur Seite legt“, zeigte sich Stumpf optimistischer als sein Vorredner.
Doch in welcher Form geschieht dies? Die Schüler waren um Antworten nicht verlegen: „Als Immobilie und fester Renditewert, der zusätzlich Miete einbringt. Als Staatsanleihe, in Gold oder in Fonds.“ „Und was besitzt jeder von euch?“, wies die nächste Frage von Stumpf in Richtung „Girokonto“ und „Sparbuch“. Doch der Banker erhielt eine verblüffende Antwort: „Ein Smartphone!“ Die größte Sorge der Deutschen („German Angst“) sei es, Verluste einstecken zu müssen, kam Stumpf auf die angebliche „Risikoscheu“ der Bundesbürger zu sprechen. Wer aber der Kaufkraftverringerung durch Inflation begegnen und keine Wertverluste durch das anhaltend niedrige Zinsniveau erleiden wolle, müsse um konservative Anlagen wie das Sparbuch einen Bogen machen, erkannten auch die Schüler: „Der Picknickkorb war vor Jahren für 100 Euro reich gefüllt. Dann ist er immer leerer geworden.“ Ergo: Ohne kräftige Wachstumsschübe verliert ein Vermögen im Laufe der Zeit an Substanz: „Mit negativen Folgen für den eigenen Lebensstandard.“
„Geldvermögen muss pulsieren“, so Stumpf. Er empfiehlt, vorhandenes Vermögen breit abzusichern, nicht alles auf eine Karte zu setzen. „Liquidität“ zu zehn Prozent, „Geld und Ertragswerte“ (40 Prozent), „Substanzwerte“ wie Aktien und Fonds (30 Prozent), Immobilien als „Sachwerte“ (zehn Prozent) sowie alternative Anlagen wie Rohstoffe und Edelmetalle (zehn Prozent) zu mischen, laute die Zauberformel. Aber auch „der Zeitraum macht den Unterschied“: Wer seine Wachstumsstrategie auf 15 Jahren anlege, profitiere nicht nur durch den Zinseszinseffekt. Wer länger investiere, habe sogar bei einem schlechten Einstiegszeitpunkt größere Chancen und geringere Risiken.