Gemeinschaftskunde

Die Fachschaft Gemeinschaftskunde stellt sich vor

Leitgedanken zum Fach Gemeinschaftskunde
(aus dem Bildungsplan 2004)

„Angesichts nationaler und internationaler Veränderungsprozesse erhalten politisch-gesellschaftliches und ökonomisches Grundwissen sowie die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich in unserem demokratischen System zu orientieren und zu engagieren, eine besondere Bedeutung. Verständnis des politischen Systems sowie Teilhabe und Mitwirkung am politischen Prozess sind unerlässlich, wenn Freiheit und Demokratie weiter entwickelt und nachhaltig gesichert werden sollen.
Deshalb ist die Verankerung von Kompetenzen, welche die aktive Teilnahme im politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bereich ermöglichen, für unser Gemeinwesen unabdingbar. Neben dem Elternhaus ist es vornehmlich Aufgabe der Schule und speziell des Faches Gemeinschaftskunde diesen Prozess politischer Bildung anzuregen und zu fördern.
Ausgehend vom Auftrag des Grundgesetzes sowie der Landesverfassung leistet das Fach Gemeinschaftskunde einen wichtigen Beitrag zur Werteerziehung und zur normativen Orientierung in der politischen Bildung.“

Artikel 2 GG: (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit...

Gemeinschaftskunde am Werner Heisenberg Gymnasium

Das Fach Gemeinschaftskunde wird am Werner-Heisenberg-Gymnasium im Fächerverbund GWG (Gemeinschaftskunde-Wirtschaft-Geografie) unterrichtet. Die fächerübergreifende Zusammenarbeit wird insbesondere durch sogenannte „integrative Module“ realisiert. Themen zur Wirtschaftswelt sind in die Gemeinschaftskunde integriert. Gemeinschaftskunde wird in der Klasse 8 einstündig und in den Klassen 9 und 10 jeweils zweistündig unterrichtet.
Der Unterricht folgt dem vom Land Baden-Württemberg vorgegebenen Bildungsstandards und dem vom Werner Heisenberg Gymnasium selbst verabschiedetem Schulcurriculum. Bei der Umsetzung des Bildungsplanes wurde schulintern darauf geachtet, dass die Schüler/innen anhand der vorgegebenen Themengebiete beständig ihr Verhältnis zur Politik und damit zu unserer Demokratie weiterentwickeln können. Dies hat in einem besonderen schulcurricularen Zuschnitt die begleitende Vermittlung tagesaktueller Themen und den kritischen Umgang mit Medien zur Grundlage.
Ziel soll es dabei sein, dass die Schülerinnen und Schüler „sich ihrer Rechte und Pflichten bewusst werden und selbstständig denkende, rational urteilende und sozial verantwortlich handelnde Staatsbürgerinnen und Staatsbürger werden“.

 

Neuigkeiten aus der Fachschaft

Jugendoffizier berichtet am WHG über die Lage in Afghanistan
20. Dezember 2011



Seit einigen Jahren engagiert sich die deutsche Bundeswehr in Afghanistan im Kampf gegen den Terrorismus und vertritt damit internationale und deutsche Sicherheitsinteressen. Trotzdem wissen viele Deutsche kaum etwas über den Einsatz und erfahren lediglich ab und zu aus den Nachrichten über einen neuen Anschlag auf deutsche Soldaten. Wie sieht die Lage in Afghanistan wirklich aus? Ist es tatsächlich möglich, alle deutschen Soldaten bis 2014 aus der Region abzuziehen? Diesen und anderen Fragen stellte sich der Mannheimer Jugendoffizier David Wassermann bei einem Unterrichtsbesuch am Werner-Heisenberg-Gymnasium.

Nachdem der Lehrer des Gemeinschaftskundekurses Tobias Naber den Gast kurz vorgestellt hatte und dieser den anwesenden Schülern auch selbst noch einen Abriss seiner Laufbahn geliefert hatte, begann Wassermann seine Präsentation über Friedenssicherung und Konfliktbewältigung in Afghanistan. Dabei blickte er zunächst darauf zurück, wie es zu dem Einsatz gekommen war: Als Reaktion auf die Anschläge des 11. September 2001 hatte der damalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder den USA deutsche Solidarität zugesichert; überdies wurde der Anschlag als Auslöser eines NATO-Bündnisfalls beurteilt, was bedeutet, dass die übrigen NATO-Mitglieder dem angegriffenen Partnerstaat in dem Maße helfen müssen, das nach ihrem Ermessen angebracht ist. Nachdem der Bundestag den Einsatz bewilligt hatte, stand dem deutschen Engagement am Hindukusch nichts mehr im Wege.

Wassermann berichtete davon, dass in den ersten zwei Jahren des Einsatzes sehr chaotische Verhältnisse in den deutschen Lagern geherrscht hätten, in denen die Soldaten anfangs nur in Zelten übernachten konnten. Mittlerweile verfügen sie über Wohncontainer und haben nach in den zehn Jahren des Einsatzes – wobei einzelne Soldaten in der Regel ein Jahr in Afghanistan bleiben – eine gewisse Routine entwickelt
.
Die in vielen Köpfen verankerte Vorstellung deutscher Soldaten, die in Afghanistan Brunnen bohren und Schulen aufbauen, korrigierte Wassermann mit Nachdruck: Natürlich würden die Soldaten Brunnen bohren, aber meist nur zur Versorgung ihres eigenen Lagers mit Wasser; auch die Anwesenheit deutscher Einheiten bei der Eröffnung neu errichteter Schulen gehöre mit zu den Aufgaben eines dort eingesetzten Soldaten. Die Hautaufgaben bestünden jedoch im Schutz von Aufbauhelfern, der Ausbildung einer eigenen afghanischen Armee und Polizei und in der Kontrolle der Umlandes bis 25 Kilometer um das Feldlager hinsichtlich terroristischer Aktivitäten.
Eine allgemeine Vorstellung des zentralasiatischen Landes ließ erkennen, dass die 30 Jahre, seit denen in Afghanistan Krieg geführt wird, dem Land deutlich zugesetzt haben. Dem Krieg mit der Sowjetunion folgte ein Bürgerkrieg, der wiederum die Terrorherrschaft der Taliban zur Folge hatte; seit 2001 geht die NATO gegen sie vor. Heute liegen Analphabeten- und Arbeitslosenquoten jeweils bei über 70 Prozent; unter der Armutsgrenze leben sogar 80 Prozent der Bevölkerung. Die Korruption einflussreicher Staatsbeamter ist eines der Kernprobleme des Landes; auch der Anbau von Opium ist weit verbreitet.

Mit vielen Bildern veranschaulichte Wassermann den verwahrlosten Zustand der Straßen, die zwischen Geröll und in Flussbetten oft kaum zu erkennen sind. Aber Afghanistan hat auch schöne Seiten: Die Gebirgszüge des Hindukusch im Hintergrund erinnerten an die Alpen und ihre beliebten Skigebiete, was Wassermann zu der eher scherzhaften Frage veranlasste, warum die Taliban dieses Potenzial nicht für Tourismuseinnahmen ausschöpfen würden.

Als nächstes stellte Wassermann die Beschlüsse der Afghanistan-Konferenz vom Januar 2010 vor, die unter anderem die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Armee und Polizei bis 2014 vorsahen. Auf die Frage, ob er dies für realistisch und eine Lösung in Afghanistan für erreichbar halte, meinte Wassermann, dass der Einsatz einen langwierigen Prozess darstelle und im Moment nur mit „Nadelstichen“ vorgegangen werden könne. Er sprach sich angesichts dessen für einen vermehrten Einsatz von Kampftruppen in der von Deutschland kontrollierten Zone Afghanistans aus, um einen radikalen Angriff auf von Terroristen besetzte Gebiete führen zu können.
Außerdem kritisierte Wassermann die mangelnde Motivation der afghanischen Soldaten bei der Ausbildung, die in enger Zusammenarbeit mit der deutschen Bundeswehr verläuft. Er verwies auf das Attentat eines von der Bundeswehr geförderten Afghanen auf deutsche Soldaten vor etwa einem Jahr und schätzte die Wahrscheinlichkeit, dass eine afghanische Armee in absehbarer Zeit eigenverantwortlich für die Sicherheit am Hindukusch sorgen könne, als gering ein.
In so gut wie allen Bereichen gebe es noch viel zu tun, vor allem der Kampf gegen Drogen und Korruption und der Ausbau staatlicher Strukturen stellen große Herausforderungen dar. Bei der Förderung des Schulsystems und des Gesundheitswesens verzeichnet man unterdessen erste Erfolge: Die Kindersterblichkeit ist seit 2001 deutlich zurückgegangen, während sich die Anzahl der Schulbesuche versiebenfacht hat. Diese Lichtblicke gäben Mut zum Weitermachen, so Wassermann, auch wenn noch ein langer Weg zu einem friedlichen und sicheren Afghanistan vor den Soldaten läge.

Benjamin Richter

Zu Besuch in Straßburg
Juli 2011


Mit insgesamt vier 10. Klassen besuchte das Werner-Heisenberg-Gymnasium die Stadt Straßburg. Nach einer Führung im Straßburger Münster stand der Besuch des Europaparlamentes auf dem Plan. Bei einem Aufenthalt auf der Besuchertribüne des Parlamentes konnten sich die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck über die Arbeit der Abgeordneten machen. Nach der Parlamentsdebatte zum kommenden Haushalt der EU stand der Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer den Besuchern bei einem ausführlichen Diskussionsgespräch Rede und Antwort.