Geschichte

Geschichtsunterricht am Werner-Heisenberg-Gymnasium Weinheim

Das Fach Geschichte wird am Werner-Heisenberg-Gymnasium in den Klassen 5 sowie 6 einstündig unterrichtet. Die Schüler werden im Rahmen der ersten beiden Schuljahre sukzessive an das Fach Geschichte und den Umgang mit der Vergangenheit im Alltag herangeführt. Es soll herausgestellt werden, warum es auch heutzutage immer noch wichtig ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, da unsere Gegenwart stets in der Vergangenheit ihre Wurzeln findet. Des Weiteren beginnt die fachlich-inhaltliche Auseinandersetzung mit Ägypten als eine der frühen Hochkulturen, welche in die Epoche der griechischen und römischen Antike überleitet.

Ab der Klassenstufe 7 findet eine zweistündige Beschulung im Fach Geschichte statt. Dieses Modell wird ferner in der Mittelstufe fortgeführt und schließlich fakultativ in der Oberstufe – je nach Kurswahl - übernommen. Die Schülerinnen und Schüler lernen hierbei in einer chronologischen Betrachtungsweise die historischen Ereignisse kennen, welche unsere Lebenswelt, wie wir sie heute kennen, maßgeblich geprägt haben. Der Übergang von dem einstündigen zum zweistündigen Geschichtsunterricht ab der Klasse 7 bezeichnet zugleich einen Epochenwechsel. Es werden fortführend das Mittelalter sowie die frühe Neuzeit thematisiert und ferner steht in der Klasse 8 das „lange 19. Jahrhundert“, beginnend mit der Französischen Revolution sowie dem grundlegenden Wandel in Europa, u.a. durch die Revolution von 1848, im Fokus. Die Herausbildung moderner Nationalstaaten, sowie die einsetzende Industrialisierung prägten Deutschland und Europa in einem besonderen Maße und führen schließlich zur Betrachtung des „kurzen 20.Jahrhundert“ in der Klassenstufe 9. Diese Epoche ist durch internationale Phänomene sowie Auseinandersetzungen, wie beispielsweise dem Imperialismus und dem daraus resultierenden 1.Weltkrieg, geprägt. Anhand der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ können die Schülerinnen und Schüler wiederum den Kausalitätszusammenhang der Geschichte erfahren und schließlich auch Voraussetzungen für die Entstehung des Zweiten Weltkrieges ergründen. Es soll im Rahmen des Geschichtsunterrichts ermöglicht werden, zeitgenössische Handlungsmuster und Motive, z.B. unter welchen Umständen die NS-Diktatur entstehen und sich durchsetzen konnte, ergründet werden.

Der Bildungsplan 2016 fördert, neben der chronologischen Betrachtungsweise der deutschen Geschichte im Kontext der europäischen Entwicklungen, den „Blick über den Tellerrand“, in Form von „Fenstern zur Welt“. Diese thematischen Exkurse lenken die Betrachtung auf wichtige historische Entwicklungen außerhalb des europäischen Kontinents, z.B. auf Amerika oder den asiatischen Raum.

Die Stadt Weinheim kann im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Geschichte eine vorzügliche Lage im Südwesten Deutschlands verzeichnen, die es erlaubt regionale Bezüge in der historischen Betrachtung herzustellen. So liegt beispielsweise das Kloster Lorsch nahe Bensheim in direkter Nähe und ermöglicht somit einen authentischen Einblick in das mittelalterliche (Kloster-)Alltagsleben sowie der herausragenden Position des Klosters im hochmittelalterlichen Personenverbandswesen auf dem heutigen deutschen Territorium. Ferner lassen sich Spuren des deutschen Vormärzes des 19. Jahrhunderts mit dem Hambacher Schloss oder überdies der Revolution von 1848/49 mit der Frankfurter Paulskirche aufgreifen. Die Industrialisierung prägte die Rhein-Neckar-Ebene, im Besonderen die Stadt Mannheim und schließlich bietet die nahegelegene Stadt Heidelberg mehrere historische Anknüpfungspunkte in der mittelalterlichen sowie der neueren Zeitgeschichte. Auch die kleine Stadt Ladenburg, welche sich in unmittelbarer Nähe zu Weinheim befindet, lässt antike römische Spuren erkennen und kann sich als eine der ältesten Städte der Region ausweisen. Diese relative lokale Nähe vereinzelter historischer Schauplätze ermöglicht es, den Geschichtsunterricht am WHG Weinheim anschaulich und authentisch in Form von Exkursionen zu gestalten.

Der Geschichtsunterricht am WHG soll schließlich einen Beitrag zur Herausbildung eines politisch- historischen Denkens fördern, welcher gleichsam mit einer zunehmenden kritischen Überprüfung von Sachverhalten der Schülerinnen und Schüler einhergeht. Im Fokus steht hierbei die Genese eines spezifischen Geschichtsbewusstseins. Die SuS sollen somit neben den fachlichen Inhalten die methodischen Werkzeuge erlernen, um sich kritisch mit Quellen, d.h. mit Schriftstücken, bildlichen Darstellungen oder realen sachlichen Gegenständen, auseinanderzusetzen und diese in einen historischen Zusammenhang einzuordnen. Omnipräsent steht hierbei stets ein Bezug zur aktuellen Lebenswelt. Die Schüler sollen die Relevanz der Geschichte für ihren heutigen Lebensalltag in einem allumfassenden Sinne erkennen, sodass sie in der Lage sind, Kausalitäten sowie Wurzeln der heutigen Realität abzuleiten und herauszustellen. Gerade im Kontext der aktuellen deutschen und internationalen gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Geschehnisse erfährt das Schulfach Geschichte zunehmend an Bedeutung und erscheint im Kontext möglicher Erklärungsversuche heutiger Gegebenheiten als unumgänglich. Die Geschichte bietet ferner den Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit ihre eigene Herkunft zu verorten und dient der Orientierung in Raum und Zeit. Sie trägt somit maßgeblich zur Identitätsfindung und -herausbildung bei.