NWT bedeutet hier Hightech pur

Weinheimer Nachrichten vom 30.01.2010

Weinheim. Es ist eine Art Schlaraffenland für junge Tüftler, Erfinder und Experimentierer, das neue Hightech-Klassenzimmer, das die Stadt im Werner-Heisenberg-Gymnasium einrichtet. Im Moment sind noch die Leitungen, Rohre und Schläuche zu sehen, die später unter der Zimmerdecke verschwinden. Also kann man noch erahnen, wie viel Technik in dem neuen Raum installiert wird, der ab März für den NWT-Unterricht genutzt wird. NWT steht für "Naturwissenschaft und Technik". Das Fach verbindet Lehrstoff aus den drei Fächern Physik, Biologie und Chemie unter einem besonders projekt- und praxisbezogenen Ansatz. "Die Schüler sollen die Anwendung lernen und selbst erfahren", beschreibt Schulleiter Gerald Kiefer, der viele Vorteile sieht. Es ist nach aktuellen technischen Erkenntnissen konzipiert und entspricht Erfordernissen der modernen Arbeitswelt. Lehrkräfte und Schüler erarbeiten Themen und Projekte gemeinsam. Die Erkenntnisse können in einem Computer verarbeitet, dokumentiert und digital dargestellt werden. Laut einer Presemitteilung der Stadt befinden sich an jedem der 32 Arbeitsplätze des neuen NWT-Raumes neben Gas, Luft, Strom, Abluft und Licht auch ein Internetzugang und der Anschluss an einen Beamer, der oberhalb der konventionellen Tafel auf ein "active board" gerichtet ist.

Lehrer und Schüler freuen sich

Bereits im Dezember wurden erste Arbeiten durchgeführt, damit nun die umfangreiche technische Installation reibungslos folgen kann. Die meisten Einbauteile sind schon da. Im Moment finden Maler- und Installationsarbeiten parallel statt. Kiefer weiß, dass sich nicht nur die Schüler auf den NWT-Raum freuen, sondern auch die Lehrer. Überhaupt sei die naturwissenschaftliche Fachschaft mit einigen jüngeren Kollegen "sehr engagiert". Und der neue Raum bringe zusätzliche Motivation. Rund 150 000 Euro investiert die Stadt im Moment in den neuen NWT-Raum, davon fließen knapp 80 000 Euro alleine in das so genannte "Hohenloher System", bei dem über jeden Arbeitsplatz Terminals mit allen technischen Versorgungswegen von der Decke hängen. Die neue Möblierung ermöglicht flexible Teamarbeit. Gute Erfahrungen habe die Stadt bereits in der Friedrichschule gemacht, erläutert Peter Zschippig vom Bauverwaltungs- und Hochbauamt. Die Investition, die das NWT-Fach erst so richtig zur Geltung bringt, war nach ersten Kürzungen im kommunalen Haushalt 2009 schon mal dem Rotstift zum Opfer gefallen. Schulleiter Kiefer konnte aber die Verwaltung und den Gemeinderat schließlich von der Notwendigkeit überzeugen.
Artikel vom: 30.01.2010