GEJAGT - das neue Theaterprojekt am WHG

Die Angst geht um in Salem, Massachusetts im Jahre 1692. Angst vor Hexen und dem Teufel. Dabei ist eigentlich nichts Außergewöhnliches passiert: Pastor Parris hat ein paar junge Mädchen aus dem Dorf, darunter seine Tochter Betty und seine Nichte Abigail, dabei erwischt, wie sie in einer Vollmondnacht mit Tituba merkwürdige Tänze im Wald vollführten. Tituba wurde als Kind von Indianern entführt; der puritanischen Gemeinschaft gelang es erst kürzlich, sie aus den Fängen der Wilden zu befreien. Doch aus den pubertären Ritualen wird blutiger Ernst, denn Betty liegt seit jener mysteriösen Nacht ohnmächtig im Bett. Keiner weiß, was ihr fehlt, und schnell wird aus der Unwissenheit Hysterie. Aus Angst vor Strafe bezichtigen die Mädchen wahllos Unschuldige, mit dem Teufel im Bunde zu stehen.
Und schon bald ist nichts mehr, wie es war: Jeder verdächtigt jeden, Beweise werden nicht gefordert, alte unausgetragene Konflikte eskalieren. In diesem aufgeheizten Klima genügt ein Gerücht, und ein Menschenleben ist nicht mehr viel wert.
Die Zeitbezüge des Dramas liegen auf der Hand: Gejagt erzählt von den Mechanismen der Masse, die, einmal in Panik geraten, nicht mehr aufzuhalten ist. Das Drama zeigt, dass durch Aberglaube, Ignoranz, Fanatismus und Intoleranz eine nach außen hin demokratische Gemeinschaft mit den Mitteln ihrer eigenen Ordnungs- und Rechtsprinzipien zerstört werden kann. Und dass Angst, Misstrauen und Massenhysterie nicht nur das Verschwinden jeglicher Vernunft bedeuten, sondern auch den Verlust von Werten und, als Folge daraus, der Verlust von Menschenleben.

In ihrer neuen Produktion präsentiert die Theater-AG des WHG ihre Interpretation des Dramas Hexenjagd des amerikanischen Autors und Pulitzer-Preisträgers Arthur Miller.

Fotos der Aufführung am Mittwoch (Fotos von Simon Maier)

Fotos der Aufführung am Donnerstag (Fotos von Simon Maier)

Fotos der Proben (Fotos von Simon Maier)

Plakat Gejagt